Gorillaz - The Singles Collection 2001-2011 - Cover
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Gorillaz The Singles Collection 2001-2011


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zehn Jahre ist es her, dass Damon Albarn, der Frontsänger der Kult-Gruppe Blur einfach eine zweite Supergroup aus dem Ärmel schüttelte. Mit den Gorillaz traf er zusammen mit Tank-Girl-Schöpfer Jamie Hewlett den Nerv der Zeit. Eine Band aus gezeichneten Alter Egos gab es vorher bei Daft Punk und diese verbuchten so ihren erfolgreichsten Hit „One More Time“. In genau diese gloriosen Fußstapfen wollte Damon Albarn treten und schuf die Sensation des neuen Jahrzehnts. Für zahlreiche Preise nominiert und pro Album mit mindestens einer Top-Single hat der extrovertierte Brite sich ein zweites Vermächtnis geschaffen.

Die fiktive Besetzung durch Sänger 2-D, Bassist Murdoc, Gitarristin Noodle und den besessenen Schlagzeuger Russell war in jedem neuen Video ein neuer Augenschmaus und so etablierte sich ein Hype um eine Band, die es so wie in den Videos zu sehen war, gar nicht bestand. Noch heute sind die Michael Jackson Tribut zollenden Gorillas aus dem ersten großen Hit „Clint Eastwood“ Kulturgut. Nach dem hierzulande eher unbekannten „Tomorrow Comes Today“ geht es auch gleich los mit der Übersingle, die bis heute die Referenz der Gruppe ist. Überhaupt wird die Reihenfolge der Singles brav nach Veröffentlichungsdatum geordnet.

Der Abschnitt des Debütalbums zeigt dabei nochmals, wie unkonventionell Albarn damals gearbeitet hat. „Rock The House“ und „19-2000“ arbeiten mit nahezu nervtötenden Synthies, die Dan The Automator damals beisteuerte, um den Gorillaz den nötigen Groove zu verpassen. Ansonsten gab es viele Ausflüge in alle möglichen Genres. Das wird auch auf dem „Demon Days“-Abschnitt deutlich, der mit „Feel Good Inc“ oder „Dare“ weitaus tanzbarer und polierter klingt, als die experimentellen, düsteren Ansätze des Erstlings. Auch die weniger erfolgreichen Singles „Kids With Guns“ und „El Mañana“ überzeugen als eingängiger Kopfnicker und zerbrechlicher Popsong.

Der Teil, der wirklich Kopfzerbrechen bereitet, ist dem letzten echten Album „Plastic Beach“ verschrieben. „Stylo“ hat sich zwar inzwischen ins Gehirn der fleißigen Radiohörer eingefräst, aber die anderen beiden Lieder tun sich aufgrund der fehlenden Bekanntheit schwer so leicht ins Ohr zu gehen, wie man sich das auf einer Singles-Collection vorstellt. Gut sind die Lieder aber trotzdem und so ergeben sich vier EPs, da der Stil von Abschnitt zu Abschnitt variiert. Der letzte Teil wird von „Doncamatic“ eingeleitet, das auf dem iPod-Album „The Fall“ erschienen ist. Dazu gesellen sich zwei Remixe vom ersten Album, wobei besonders „19-2000 (Soulchild Remix)“ die größte Optimierung einer ursprünglichen Single darstellt. Wer bisher immer vor den vielen Experimenten auf Albarns-Machwerken zurückgeschreckt ist, kann jetzt – eine Dekade zu spät – auf die bekanntesten Lieder zurückgreifen und nachvollziehen, wie ein paar animierte Figürchen einen ganz eigenen Trend setzen konnten.

Anspieltipps:

  • Clint Eastwood
  • 19-2000 (Soulchild Remix)
  • Feel Good Inc

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