The Bosshoss - Liberty Of Action - Cover
Große Ansicht

The Bosshoss Liberty Of Action


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es verwundert am Ende, dass The BossHoss den Genremix teilweise übertreiben und vom Weg ihrer erfrischenden Country-Neuinterpretationen abkommen.

Seit sechs Jahren rocken die Berliner von The BossHoss sehr erfolgreich mit ihrer ironisch angehauchten Version von Countrymusik. Dabei verlassen sie bei ihrem siebten Longplayer wieder sämtliche Genrebeschränkungen: Bei den Vorgängern „Do Or Die“ und „Stallion Battalion“ herrschten ja zeitweise richtig harte Klänge, die man fast schon als düsteren Rock bezeichnen durfte. Bei diesem Silberling schwenken sie eher in Richtung Pop, Rock'n'Roll, Funk und Rockabilly.

Das Ganze wird immer noch mit Augenzwinkern und einer Menge Spaß serviert. Denn Partytauglichkeit haben die Musiker schon hinlänglich bewiesen. Die Coverversion von Rammsteins „Mein Land“ ist ziemlich genial, denn sie klingt nach der BossHoss-Behandlung wie ein waschechter Countrysong der altmodischen Art inklusive aufreizender Mundharmonika.

Die Grundstimmung ist auf jeden Fall wieder positiver und der Hörer stellt bei Songs wie dem treibenden und sehr tanzbaren „I keep on dancing“ oder dem verspielten „Killers“ und nicht zuletzt bei „L.O.V.E“ einen erhöhten Popmusikfaktor fest. Sind The Bosshoss nach dem Ausflug der beiden Chefs Boss Power und Boss Burns nach Texas also weichgespülter? Jein! Doch so richtig hart wird es selten, wobei der Unterhaltungsfaktor dadurch gestiegen ist.

Das Duett mit „The Eagles Of Death Metal“-Sänger Jesse Hughes namens „Money“ besitzt rockigen Charme und macht nicht nur den Protagonisten hörbar Spaß. „Live it up“ geht als Lagerfeuermusik durch, die richtig groovt und punktet mit unerwarteten Black-Music-Elementen. Die Kompositionen von Sascha Vollmer alias Hoss Power verbreiten weiterhin Partystimmung, besitzen durchaus Qualität und bieten Abwechslung, dennoch bleiben sie nicht wirklich langfristig im Gedächtnis.

Es verwundert am Ende, dass The BossHoss den Genremix teilweise übertreiben und vom Weg ihrer erfrischenden Country-Neuinterpretationen abkommen. Denn mal ehrlich, Popmusik und dann auch noch im Duett mit Nena steht ihnen nicht wirklich. Aber trotz aller Kritik verleitet die CD zu guter Laune und Tanz. Was will man mehr?

Anspieltipps:

  • Liberty of Action
  • Don't gimme that
  • My Country
  • Live it up
Neue Kritiken im Genre „Country“
Diskutiere über „The Bosshoss“
comments powered by Disqus