Corvus Corax - Sverker - Cover
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Corvus Corax Sverker


  • Label: Cb GbR/Soulfood
  • Laufzeit: 51 Minuten
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10 1 7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit 22 Jahren Bandgeschichte können die Spielleute von Corvus Corax auf ein bewegtes Leben zurückblicken, das natürlich nicht nur von Erfolg geprägt ist. Erreicht haben sie allerdings viel, bewegt von einem inneren Streben nie völlig zum Stillstand zu kommen. Nach Großprojekten wie der Neuvertonung der „Cantus Buranus“ sowie der musikalischen Untermalung der Projekte „Excalibur“ und Markus Heitz Erfolgsroman „Die Zwerge“ bringt das aktuelle Album „Sverker“ die Band zurück zur Schlichtheit ihrer Musik selbst und treibt inhaltlich doch zeitgleich zu neuen Ufern.

Es ist unglaublich wie leicht die Melodien ins Ohr gehen und die Gedanken auf eine Reise mitnehmen, ganz wie man es von der Musik eines wahren Spielmanns erwarten kann. Die Lieder erzählen nach wie vor Geschichten vergangener Zeiten. Sie sind keine Radiohits des klassischen Denkens, sondern entführen in eine andere Welt. Die Reise geht nach Norden, was den Hörer mit zunächst fremd klingenden Sprachen konfrontieren mag. Mal erklingt der Gesang auf Gälisch („Fiach Dubh“, „Na láma-sa“), mal altnordisch („Ragnarök“), mal dänisch („Sverker“). Thema sind unter anderem die großen Heldensagen, die nicht nur den Weltuntergang („Ragnarök“) prophezeien, sondern auch von großen Schlachten („Sverker“) zu berichten wissen, die sich nicht nur im Text wiederfinden sondern vor allem in der Musik widerspiegeln.

Auch klassische Trinklieder („Trink vom Met“) dürfen nicht fehlen und natürlich wird auch das Tanzbein der Zuhörer nicht geschont („The Drinking Loving Dancers“). Dass sie nicht nur große Schlachten erwecken können, sondern auch wehmütig sanft in die grünen Wiesenhaine Irlands entführen können, zeigen vor allem die gälischen Stücke des Albums („Fiach Dubh“, „Na láma-sa“), in denen die Natur und der in ersterem Lied erwähnte Rabe deutlich zum Leben erwachen. So zeigt sich der vorliegende Silberling nicht nur abwechslungsreich, sondern vor allem unglaublich vielschichtig. Dank einer Vielzahl von Instrumenten gibt es in jedem Lied immer wieder aufs Neue etwas zu entdecken, so dass die Musik nie langweilig werden zu scheint.

Corvus Corax haben sich den Titel „Die Könige der Spielleute“ nicht umsonst auf ihre Banner geschrieben und mit dieser Veröffentlichung beweisen sie sich einmal mehr. Sie sind sich selbst treu und schaffen das, was vielen Bands im Entwicklungsdrang so schwer fällt: auch nach über 20 Jahren klingen Corvus Corax unverkennbar wie sie selbst und sind damit weder langweilig noch gehen sie in der Masse unter. Im Gegenteil – sie haben ihre ganz eigene Note entwickelt, die sie aus der Masse des Genres hervorhebt und damit wahrlich zu den Königen der Spielleute macht. „Sverker“ selbst ist eine interessante Erweiterung des bisher vorhandenen Liedguts, von der man sich gern in die fernen Lande des Nordens tragen lässt.

Anspieltipps:

  • Trinkt vom Met
  • Lá Í Mbeltaine
  • Baldr
  • Na Láma-Sa

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