Autumn - Cold Comfort - Cover
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Autumn Cold Comfort


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das erste Album mit Nienke de Jong-Ablöse Marjan Welman war keineswegs schlecht, krankte aber an einer unausgeglichenen Abmischung, die den Hörgenuss schmälerte. Abgesehen davon stand „Altitude“ (02/2009) ganz im Zeichen der bisherigen Machwerke der Niederländer und verzückte erneut mit kleinen Melodien und großen Emotionen. Mit dem Nachfolger „Cold Comfort“ soll sich dies freilich nicht ändern, obwohl die Band die neuen Kompositionen einem wesentlich direkteren, ungeschliffeneren Klima aussetzte. Meist schafften es daher die ersten Takes auf den fertigen Longplayer, die auf rostigen Saiten oder kaputten Cymbals gespielt wurden.

„In past recordings, we´d often run through a song until every note was as well-executed as possible, often discarding takes with a lot more emotion or groove than the ones that made the albums, but with little glitches in playing or singing we couldn´t live with at the time” erklärt Gitarrist Mats van der Valk den Entstehungsprozess in der Vergangenheit und in der Tat fühlt sich „Cold Comfort“ verglichen dazu authentischer, ja menschlicher an. Die voller Wehmut aufgeladene Atmosphäre in „Black stars in a blue sky“ hüllt sich demzufolge in braunen Herbsttönen, die bislang noch nicht im Fundus der Niederländer zu finden waren und das dunkel grollende „Naeon“ bricht mit rotzigen Gitarren aus den Boxen als ob es sich hierbei um den Soundtrack zu einem Weltuntergangsszenario handeln würde.

Abgesehen von diesen Rohdiamanten übertreiben es Autumn aber mit ihrer Authentizität, da der Großteil der restlichen Stücke ohne erkennbaren Höhepunkt vor sich hin mäandert („Retrospect“, „Alloy“) oder in unpassende Extreme ausbricht, die dann allzu rockiger („End of sorrow) oder progressiver Natur („Truth be told (Exhale)“) sind oder wie beim Abschluss „The venamoured“ einfach zu lange benötigen, bis sich endlich ein launiges Riff dazu entschließt dem gleichförmigen Treiben ein Ende zu bereiten. Diese nicht immer nachvollziehbare Klangkorrektur birgt dennoch reichlich Potential und sollten es Autumn schaffen diese Ansätze in sinvolle Kompositionen zu kanalisieren dann darf von den zukünftigen Schöpfungen der Niederländer noch Großes erwartet werden.

Anspieltipps:

  • Naeon
  • The Scarecrow
  • Black Stars In A Blue Sky

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