CJ Taylor - Nicht So Wie Früher - Cover
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CJ Taylor Nicht So Wie Früher


  • Label: Seven Days Music/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

CJ Taylor hat abermals Xavier Naidoos Stimme entführt und behauptet, dass es sein Stimmorgan wäre. Auch 2011 klingt der junge Mann aus Bayern verdächtig nach dem berühmten Mannheimer, der ja zur Zeit fürs Fernsehen Superstars sucht. Zwar beweist Taylor des Öfteren eine Liebe zu Motown, aber eine handverlesene Auswahl aus Pop-Balladen zeigt seine Naidoo-Cover-Künste mehr als deutlich. Die Hoffnung, dass Taylor von dieser vielversprechenden Mischung abkehrt, ist so wahrscheinlich wie vorherrschende Protestanten im Freistaat. Aber da es sich streng genommen um die erste eigene – sprich: Solo – Arbeit handelt, bleibt die Hoffnung auf mehr.

Als hätte man Laith Al Deen und Xavier Naidoo in die Mikrowelle gejagt und das Endprodukt auf Platte gebrannt eröffnet Taylor sein Album mit eingängiger Melodie, sich wiederholendem, langsam auf den Hörer wirkenden Text und hier und da (wie in „Ich Hab Soul“) mit einer Prise Motown. Das funktioniert zu Beginn des Albums auch wunderbar. „Es Ist Schön“ lässt die wohlige Pop-Sonne im Zimmer aufgehen und „Ich Hab Soul“ bewegt zum Grinsen. Gut zu wissen, dass die Menschen in Bayern den Soul im Blut haben. Sehr erheiternde Vorstellung.

Mit „Entfernt“ fängt der Abstieg von den musikalischen Alpen allerdings an und in repetitiven Radioballaden verschenkt CJ Taylor gnadenlos sein Potenzial. Nur weil ein Chorus gut ins Ohr geht, muss ein Track nicht zu 70% daraus bestehen. Dieses Gefühl entsteht allerdings durchgehend und ist spätestens in „Anderer Mann“ ein Unding. Musik allein kann auch ohne Worte tragen, aber dafür sind die Lieder auf „Nicht So Wie Früher“ zu zielstrebig und verführen nicht mit musikalischer Freiheit. Hier gibt es nur Naidoo-Gedächtnis-Pop (z.B. der Titeltrack) oder Motown-Gute-Laune, egal was der Text aussagt. Die Stimmung kann grob in zwei Lager unterteilt werden, von denen man leider schon nach der Hälfte der Platte genug hat.

Weder textlich noch atmosphärisch kann das Album so sehr punkten, dass die fehlende Tiefe der Lieder wettgemacht werden kann. Die Melodien sollen dem Text weichen, der allerdings durch die andauernden Wiederholungen an Stärke verliert. Eine Atmosphäre, wie Laith Al Deen sie gerne erzeugt wird hier viel zu oft ausgereizt und wenn Herr Al Deen ein Album mit x-mal „Bilder Von Dir“ herausbringt, wünscht man auch diesem eine Tourabsage durch Hustenreiz. Für die einfache, einzelne Ballade oder den Song zum Aufstehen reicht es allemal, doch als akustischer Langstreckenläufer macht Taylors Debüt auf halber Strecke schlapp.

Anspieltipps:

  • Es Ist Schön
  • Ich Hab Soul
  • Funkenregen

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