Kristofer Aström - From Eagle To Sparrow - Cover
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Kristofer Aström From Eagle To Sparrow


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es fehlt die Überraschung, der tief ins Mark dringende Ausbruch, wenn man von einer Handvoll kerniger Stücke absieht.

Mit der Band Fireside prägte Kristofer Aström die Welle von schwedischer Rock-Musik in den Neunzigern. Anders als die Landsleute von The Hives jedoch, wurden Fireside durch ihre experimentelle Herangehensweise und Verquickung verschiedener Elemente abseits der Rock-Musik nie der große Erfolg abseits der Heimat zu Teil. So besann sich Kristofer Aström Ende der Neunziger auf seine Akustikgitarre und legte fortan zahlreiche Alben sowie EP‘s im Singer/Songwriter-Gewand vor. Sein letzter Longplayer „Sinkadus“ wagte rockigere Töne und war sein bis dato ausgereiftestes Werk, dem nun drei Jahre später „From Eagle To Sparrow“ nachgereicht wird und sich wieder auf ruhigere, akustische Songs stürzt.

Es startet „For You“ voller Ohrwurmfähigkeit und Country tief im Herzen in das Album, das im folgenden durch „Queen Of Sorrow“ altbekannte Pfade in melancholische Folk-Welten unternimmt und dabei schon früh manch Referenz in alten Songs findet. „Loupita“, welches seit dem gleichnamigen Album aus dem Jahre 2004 regelmäßig seine Fortsetzungen findet, mundet vor allem im Part „#5“, denn ein wahrer Ohrenschmaus ist die wundervoll gezupfte Gitarre in jedem Fall. Ein Startschuss in eine Folge von starken Songs, die am Ende doch einige ausgetretene Wege zu viel beschreiten.

Ehe man zu dieser Erkenntnis kommt, erklingen bei „The Long Run“ in bester Nashville-Tradition Mundharmonika in Einklang mit feingliedrigem Gitarrenspiel und unterschwellig antreibenden Rhythmus-Zutaten, werden von „Strong & Tail“ in ähnlicher Weise noch dringlicher vermittelt, so dass nach diesem tollen, beschwingten Mittelteil in „Come Summer (Come Standing Outside Your Door)“ der im Output von Kristofer Aström hinlänglich bekannte Herzschmerz samt tragisch aufspielender Gitarre und nachdenklich zaudernden Vocals das Heft wieder an sich reißt.

Das steht handwerklich über jedem Zweifel, ist klanglich reduziert und stellt eine Sehnsucht in den Vordergrund, die dem Schweden stimmlich gut steht. Doch wirklich nachhaltig ist es nicht, wenn nur diese Basics aus handwerklich ausgereifter Instrumentierung und sehnsuchtsvollem Gesang weite Strecken von „From Eagle To Sparrow“ dominieren. Es fehlt die Überraschung, der tief ins Mark dringende Ausbruch, wenn man von einer Handvoll kerniger Stücke absieht. Diese rechtfertigen dennoch ein mehr als solides Werk aus der Feder von Kristofer Aström.

Anspieltipps:

  • For You
  • The Long Run
  • Strong & Tail
  • Come Summer (Come Standing Outside Your Door)

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