Arena - The Seventh Degree Of Separation - Cover
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Arena The Seventh Degree Of Separation


  • Label: Verglas/SPV
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Arena haben jetzt einen neuen Sänger in ihren Reihen, Paul Manzi, der eine deutlich rauere und rockigere Stimme hat als seine Vorgänger

Der anfängliche Schock muss sich erst einmal legen. Danach kann neu begonnen werden, möglichst unbefangen, was nicht einfach ist, wenn die Vergangenheit einer Band bekannt ist. Das kann ja nicht einfach so ausradiert werden, aber es muss zumindest zur Seite gestellt werden, so als ob das eine neue Band wäre, die zufälligerweise unter dem gleichen Namen fungiert. Es hat sich zwar schon angedeutet, dass Arena immer weniger Progressive Rock der Duftmarke Marillion spielen und immer mehr eine härtere Gangart a la Threshold bevorzugen, aber nach sechs Jahren Abwesenheit fällt das doch viel stärker auf als gedacht.

Arena haben jetzt einen neuen Sänger in ihren Reihen, Paul Manzi, der eine deutlich rauere und rockigere Stimme hat als seine Vorgänger. Vielleicht wurde er gerade deshalb ausgesucht, weil er sehr gut zur neuen musikalischen Ausrichtung passt, dem „Adult Oriented Rock“, besser bekannt als AOR. Dieser Musikstil zeichnet sich durch reichhaltige Kompositionen und damit ein großes musikalisches Können der Musiker aus, aber ebenso durch sehr viele Melodien und wird nicht umsonst auch als Mainstream-Rock bezeichnet. Hier liegt der Hund begraben. „The Seventh Degree Of Separation“ betrachtet man mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn die schönen solierenden Gitarrenpassagen sind einer stark rifflastigen Musik gewichen, die langen progressiven Kompositionen sind durch stark durchstrukturierte kurze Songs substituiert worden, aber die Melodien sind so stark, dass die Musik einen auch nicht kalt lässt.

In den Songs steckt kraftvolle Eleganz und durch den omnipräsenten Keyboardeinsatz auch sehr viel Atmosphäre, wie eine kitschigere Version von Journey der 80er Jahre, aber immerhin geht es thematisch um die Reise eines Menschen ins Jenseits, von seiner letzten Stunde des Lebens zu der ersten Stunde nach dem Tod, da ist solche atmosphärische Untermalung sehr angebracht. Vor allem in „Catching The Bullet“, dem am meisten ausgebauten und progressivsten Stück des Albums, sind Orgelklänge zu vernehmen, die eine kirchliche Stimmung hervorrufen und somit als Symbol für den Tod stehen. Außerdem lässt sich Mitchell endlich zu einem schönen Gitarrensolo hinreißen, die ansonsten auf dem Album stark vermisst werden.

Die Qualität der Songs sackt im Mittelteil ein wenig ab, dort wurden die etwas von der Formel abweichenden Stücke platziert wie das elektronisch angehauchte „Echoes Of The Fall“. Der Beginn des Albums mit seinen Rockhymnen, wie auch das Ende mit den mehr an ältere Tage der Band erinnernden Stücken sind sehr gut ausgefallen. Wie das Album als Gesamtwerk beim Hörer ankommen wird ist in erster Linie von der bevorzugten Musikrichtung abhängig, aus der der Hörer kommt, während die Liebhaber melodischen Hardrocks voll auf ihre Kosten kommen, werden die Prog-Fans diese Band wohl endgültig zu Grabe tragen.

Anspieltipps:

  • Catching The Bullet
  • Burning Down
  • Rapture

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