Alamo Race Track - Unicorn Loves Deer - Cover
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Alamo Race Track Unicorn Loves Deer


  • Label: Excelsior Recordings/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Niedlich ist schon gar kein Ausdruck mehr, wenn Ralph Mulder (Gesang, Gitarre), Leonard Lucieer (Gitarre, Keyboard), Robin Buijs (Schlagzeug) und Peter Akkerman (Bass) gemeinsam als Alamo Race Track loslegen. Es ist, als würden die Fleet Foxes sämtliche Ernsthaftigkeit verlieren und sich einer romantischen Welt voller Sonnenschein hergeben. Aber was soll man auch sonst von einer Band denken, die ihr Album „Unicorn Loves Deer“ nennt?

Gleich „Apples“ macht deutlich, wie das Herz der Hörer erobert werden soll. Mit Gitarre und Banjo ausgestattet wird die Musik von Indie-Gekrächze der üblichen Sorte untermalt, während Keyboard, Percussion und Bass sich brav zurückhalten und für ein minimalistisches Gesamtbild sorgen. Das passt zu verspielten Melodien wie im Opener genau so gut, wie zu langsamen, etwas nachdenklichen, aber Herz erwärmenden Rhythmen wie im anschließenden „Words Sweet Trouble“. Da aber auch die vier Niederländer wissen, dass so eine einfache Formel schnell langweilig wird, setzen sie mit Details die richtigen Akzente, um das Album interessant zu halten.

Das beste Beispiel dafür ist „Shake Off The Leaves“, welches als dritter Song mit E-Gitarren-Intro und sanften Bläsern und Piano für ein breites Spektrum in einem eigentlich braven Indie-Pop-Song sorgt. So wird ohne große Haken und Ösen für ein abwechslungsreiches Hörerlebnis gesorgt. Allein der immer gleiche Gesang kann schnell auf die Nerven gehen und stört schon mal den Eindruck der beschwingten und leicht ins Ohr gehenden Melodien, die auch die anschließenden „The Moon Rides High“ oder „Motorman And Owls“ etwas in ihrer Qualität schmälern können.

Wer sich mit dem nasal anstrengenden Gesang Mulders anfreundet, der darf sich allerdings auf verspielten Folk-Indie-Pop gefasst machen, der keinerlei Anreiz zur Kritik zulässt. Die Songs heben sich voneinander ab und deuten trotzdem auf dieselben Wurzeln zurück. „Unicorn Loves Deer“ entpuppt sich als eingängiges Hörvergnügen, das mit vielen süßen, aber auch manchmal psychedelischen Elementen („Killer Lake“ oder „Unicorn Loves Deer“) für die nötige Unterhaltung sorgt, um aus Eingängigkeit keine Monotonie werden zu lassen. Nicht ganz so abgedreht wie Neutral Milk Hotel, aber mindestens genauso verspielt offenbart sich dieser Geheimtipp aus Amsterdam und wenn das kein Indie-Ritterschlag ist, dann weiß selbst Arcade Fire nicht weiter.

Anspieltipps:

  • Apple
  • Shake Off The Leaves
  • Hypnotised II

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