The Chap - We Are The Best - Cover
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The Chap We Are The Best


  • Label: Lo Recordings/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bloß nicht die Genre-Beschreibung lesen und glauben, dass es sich bei The Chap um reinrassigen Indie-Pop handelt. Vor nicht viel mehr als einem Jahr haben uns die fünf Freigeister aus dem Norden Londons erst wieder den Finger gezeigt, wofür wir sie als anständige Journalisten mit Top-Werten überhäuft haben, ohne wirklich zu wissen, wie wir sie und ihren Stil betiteln sollen. Jetzt steigt aber endlich weißer Rauch auf und wir entscheiden uns für Psycho-Pop. Wer selbst Damon Albarns verrückteste Versuche mit den Gorillaz in den Schatten stellt, hat sich so eine Bezeichnung redlich verdient.

Die Bandbreite auf dem neuen Werk „We Are The Best (The Best of The Chap)“ reicht abermals von Minimal bis hin zu Expressions-Punk. Nie darf man sich sicher fühlen, was der nächste Song bereit hält. Das einzige Element, das gewiss ist, ist das psychedelische in allen Liedern, das sich in Geschrei, schrägen Streichern, Atmo-Synths und natürlich Garage-Sound offenbart. Nur selten fühlt man sich, als ob man wirklich hippen Sounds lauschen würde und so sind „Even Your Friend“ und „We Work In Bars“ Ausnahmen, die sich auf gewöhnlichem Weg ins Ohr wagen und dabei nicht den Gehörgang in ein Picasso-Stück verwandeln wollen.

Dieses zwar viel zu kurze Best Of gibt einen Ausblick auf eine Band, die ihre erste Dekade außergewöhnlich und zumeist auch gut hinter sich gebracht hat. Warum allerdings nur 50 Minuten herausspringen, die dazu auch die dunkle Seite der Band zeigen, ist allerdings ein Rätsel. Gezwungene Kunst-Pop-Stücke wie „Campain Trail“ strengen schon beim ersten Mal an, ohne dass man zu dem Wort Experiment das Wort Kunst gesellen möchte. Interessant genug für ein Dutzend Hördurchgänge ist The Chap zwar allemal, aber Kritiker werden mehr Spaß haben, als gewöhnliche Hörer, die nun mal Hörvergnügen erwarten. Solches macht man in vertrackten, Melodie armen Tracks der Sorte „Remember Elvis Rex“ oder „Woop Woop“ nur schwerlich aus, sodass Soundmonteure einen interessanten Bericht schreiben können, wogegen andere lediglich Fragezeichen zusammen fegen und nach einer verträglichen Platte lechzen.

Anspieltipps:

  • Even Your Friend
  • Auto to Where
  • We Work In Bars

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