Till  Von Sein - #LTD - Cover
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Till Von Sein #LTD


  • Label: SUOL/Rough Trade
  • Laufzeit: 62 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Songs auf „#LTD“ führen nirgendwo hin, haben keine echten Spannungsbögen, sondern sind allein eine Form der Klangdarstellung.

Till von Sein ist ein ruhiger Zeitgenosse. Zumindest lässt seine Musik darauf schließen. Als Kind der Minimalismus darf sich der Hörer bei der nächsten Reiki-Übung voll und ganz darauf verlassen, dass Seins Musik das letzte ist, was den Puls anhebt. Ein Tick Soul mit vielen, vielen Samples. Till von Sein macht es Kritikern mit seiner Chill-Out-Musik schwer, denn wenn es darum geht, wie man die Gemüter möglichst effektiv herunterfährt, ist der Elektromusik-Fachmann ein absoluter Spezialist.

„Tilly's 61 Rhodes Jam“ weist sogleich den Weg dieses Albums und stellt eine knapp dreiminütige Interlude dar, in der musikalisch, tonal und in sonstiger Weise schlicht weg nichts passiert. Es ist, als würde man Till dabei zusehen, wie er seinen Klangteppich gemütlich ausrollt, auf dem er später seine Arrangements präsentieren will. Dabei ist der Grundboden seiner Musik so homogen, dass man Übergänge in neue Lieder schnell überhört. Allein die Rhythmen, wenn sie denn so präsent wie in „Out Of Love“ sein dürfen, unterscheiden die oft von Bläser-Samples angereicherten Chill-Out-Songs, die in jeder Lounge die Suche zum inneren Frieden ermöglichen dürften.

Seins Lieder auf „#LTD“ führen nirgendwo hin, haben keine echten Spannungsbögen, sondern sind allein eine Form der Klangdarstellung. Die wenigen Sekunden zum eigentlichen Soundgerüst der einzelnen Stücke als dramaturgischen Aufbau zu nennen ist ungefähr so hanebüchen, wie Transformers-Filme für die Oscars vorzuschlagen. So geht bei aller minimalistischer Klarheit der Arrangements schnell der Funken verloren, der nicht-absolute Genre-Liebhaber an der Leine hält. Seins Arbeit ist konventionell in seiner Sparte und wird seinem Genre zwar gerecht, kann aber ansonsten keine Extrapunkte sammeln. Zu repetitiv sind die Lieder auf #LTD und zu schwach die Magie der Detailspielereien des Künstlers, um wirklich Aufsehen zu erregen.

Anspieltipps:

  • Out Of Love
  • Blueprint

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