Chris Cornell - Songbook - Cover
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Chris Cornell Songbook


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Rechtzeitig bevor Cornell für Soundgarden wieder in die Saiten greift, kann man nochmal sein Solo-Schaffen für sich entdecken.

Keine 50 Jahre alt und schon eine Legende. Chris Cornell ist einer der bunten Hunde, der seinen Anstrich auch wirklich verdient hat. Der Mann, der mit den Bands Soundgarden und Audioslave zum Musikgott wurde, ist auch als gesellschaftskritischer und politischer Songwriter bekannt. Der im Frühjahr in den USA mit einem Grammy ausgezeichnete Künstler beglückt uns dieses Jahr allerdings nur mit Live-Mitschnitten seiner Songbook-Tour.

Wie kann es sein, dass Cornell in den Vereinigten Staaten von Amerika so ein Überflieger ist, also auch kommerziell erfolgreich ist, während die Verkaufszahlen hierzulande eher dem Durchschnitt entsprechen. Erst mit den letzten beiden Alben konnte sich Cornell auch bei uns an die Top20 der Albumcharts herankämpfen. Überhaupt ist Kampf das richtige Stichwort, wenn man die Liedauswahl des Zusammenschnitts betrachtet. Die 9/11-Hymne „Ground Zero“, das sozialkritische „Call Me A Dog“ und natürlich das idealistische John-Lennon-Cover „Imagine“ sind nur ein Überblick über die Thematik, die Chris Cornell in seinen Liedern behandelt.

Bei den Texten aufzupassen lohnt sich im Fall von „Songbook“ nicht nur, es ist sogar ein Muss, um die Musik für sich zu erschließen. Nicht die Melodien, sondern die Texte sind hier in Stein gemeißelt und wollen vom Hörer in Erinnerung behalten werden. Ohne den Bezug zum Text kann man lediglich festhalten, dass es sich bei Cornells Musik um einfache Gitarrenmusik handelt, die im Fall des Livemitschnitts von einigen angestrengten und emotionalen Krächzern hier an Dramatik gewinnen und an anderer Stelle Atmosphäre verlieren.

Die 68 Minuten auf „Songbook“ sind eine einzige Lagerfeuer-Session, die von den Botschaften der Texte lebt. Die Präsenz des Sängers ist durch bloße Boxen trotz recht guter Qualität nicht spürbar. Als Ansammlung großer Cornell-Stücke eignet sich „Songbook“ aber allemal. Rechtzeitig bevor Cornell für Soundgarden wieder in die Saiten greift, kann man nochmal sein Solo-Schaffen für sich entdecken und bewerten. Wer aber auf echtes Live-Feeling dabei hofft, der kauft besser ein Ticket, als auf diese Compilation zurückzugreifen.

Anspieltipps:

  • Ground Zero
  • As Hope And Promise Fade
  • The Keeper

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