Amy Winehouse - Lioness: Hidden Treasures - Cover
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Amy Winehouse Lioness: Hidden Treasures


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Lioness: Hidden Treasures“ wird ein Album in die Läden gebracht, das als „das dritte Studioalbum“ vermarktet wird.

Obwohl posthum veröffentlichte Platten ja nun wahrlich keinen Seltenheitscharakter haben und oftmals so schnell nach dem Tod eines Künstlers erscheinen, als hätte die Plattenfirma solche Werke vorbereitet in der Schublade liegen, fällt es irgendwie schwer das angeblich letzte Studioalbum der am 23. Juli 2011 verstorbenen Amy Winehouse in den CD-Player einzulegen. Es ist zwar nicht so, dass der Tod der jungen Sängerin völlig überraschend kam, nachdem was die Öffentlichkeit von dem Lebenswandel der Ausnahmesängerin so mitbekam, und doch stand die Musikwelt in gewisser Weise unter Schock, weil sie eines ihrer ganz großen Talente verloren hatte, von dem lediglich zwei reguläre Alben erschienen.

Mit „Lioness: Hidden Treasures“ wird nun ein Album in die Läden gebracht, das als „das dritte Studioalbum“ vermarktet wird. Das erhöht den Kaufanreiz, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn bis zu ihrem Tode arbeitete Amy Winehouse an neuen Songs, von denen auf „Lioness: Hidden Treasures“ nicht wirklich viele zu finden sind. Vielmehr wurden für das Album eiligst die Archive ausgefegt, um auf eine „vernünftige“ Anzahl von Songs für ein Album zu kommen, da die bis zum Schluss in Arbeit befundenen Tracks für eine Veröffentlichung ungeeignet waren und sind. Es sein denn, das Label nimmt irgendwann von seiner Ankündigung Abstand, keine weiteren Winehouse-Songs zu veröffentlichen und macht in Michael-Jackson-Resteverwertungsmanier posthum aus halben ganze Songs.

So kommt der Hörer nicht darum herum, auf „Lioness: Hidden Treasures“ erneut mit bekannten Stücken wie z.B. „Tears dry“ (in der „Original Version“) oder der Hitsingle „Valerie“ (in der deutlich anders klingenden „’68 Version“) beglückt zu werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir es mit einer Mogelpackung zu tun haben, wobei die Erwartungshaltung dennoch nicht die allergrößte sein sollte, da auf dem Longplayer lediglich über Jahre zusammengetragene Aufnahmen versammelt wurden und somit die Magie „richtiger“ Sessions fehlt.

Doch sei’s drum. Die Atmosphäre der Stücke stimmt trotzdem und wohin die Reise in Zukunft hätte gehen können, zeigen Tracks wie das Duett mit US-Rapper Nas („Like smoke“), in dem Sixties Soul und HipHop eine Liaison eingehen oder auch die Zusammenarbeit mit Altmeister Tony Bennett („Body and soul“) im Bigband-Stil. Dazu gesellen sich mal dezente Reggae-Rhythmen („Our day will come“) und die eine oder andere Coverversion („Will you still love me tomorrow?“, „The girl from Ipanema”). Die Favoriten unter den 12 Songs sind dabei schnell gefunden. Es sind die himmlische Soulnummer „Between the cheats“, das hypnotische „Half time“ sowie das elegant swingende „Best friends, right?“.

„Lioness: Hidden Treasures“ ist ein gutes, aber nicht überragendes Album, mit dem natürlich in erster Linie große Kasse gemacht werden soll. Das kann als verwerflich empfunden werden, jedoch ist die musikalische Umsetzung so würdevoll gelungen, dass dies als Nebeneffekt vernachlässigt werden kann.

Anspieltipps:

  • Half time
  • Wake up alone
  • A song for you
  • Between the cheats
  • Will you still love me tomorrow?

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