Woven Hand - Black Of The Ink - Cover
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Woven Hand Black Of The Ink


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 23 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tintenschwarz sind die neu eingespielten Woven-Hand-Songs, hier als nackte, skelettierte Versionen dargeboten.

Nach der vor kurzem erschienenen rundum gelungenen Werkschau „Yours, Truly“ von Sixteen Horsepower zieht das Label Glitterhouse nun mit Woven Hand nach. Gefeiert wird wiederum der Singer/Songwriter David Eugene Edwards, dessen Woven Hand im Laufe der Jahre vom Soloprojekt zur Band mutierte. Der Mittelpunkt war und bleibt David Eugene Edwards, der mit der vorliegenden Veröffentlichung als Lieder schreibender Lyriker mit einem Songbook sämtlicher Texte von Woven Hand herausgestellt wird. Das Hardcover-Buch präsentiert auf schwarzem Grund ein kupferfarbenes Ornament, worauf Name des Interpreten und Titel des Werks in ebenso kupferfarbenen Buchstaben hervorgehoben wird. Im hinteren Teil des Buches steckt schließlich die Compact Disc, die jeweils einen Song aus den sechs Woven Hand Alben zum Inhalt hat. Dabei handelt es sich nicht um schnöde Auskoppelungen sondern um Neueinspielungen.

Das Lyrics Buch geht chronologisch vor, startet also mit dem titellosen Debüt von 2002 und endet mit dem 2010er Album „The Threshingfloor“. David Eugene Edwards‘ Songtexte können für sich stehen, die Zeilen entfalten auch beim bloßen Lesen ihre Kraft. Lyrische Gebetsformeln, Beschwörungen und spirituelle Erfahrungen transportieren diese Texte, die hier in kalligraphischer Schrift ihre Wirkung entfalten, immer wieder begleitet von Edwards‘ kunstvollen s/w-Zeichnungen. Dabei entpuppen sich scheinbare Tintenkleckse als feinsinnige Bilder, manche setzen immer wieder andere Assoziationen im Auge des Betrachters frei. Nicht umsonst wählte Edwards den Titel „Black Of The Ink“ für dieses Werk. Dunkel dräuend lesen sich die Woven Hand Songtexte, deren Ursprung im Blues und Gospel liegt, deren Rahmen jedoch in jedem Song verlassen wird und letztlich zu amerikanischer Dichtkunst wird. Dabei sieht sich Edwards selbst als Handwerker, der textet, singt und Gitarre spielt. Er stellt fest: „Die Mythen des Landes sind in den Lieder. Die Lücken in den Geschichtsbüchern sind in den Liedern – unsere Erinnerung ist in der Musik konserviert.“

Tintenschwarz sind auch die neu eingespielten Woven-Hand-Songs, hier als nackte, skelettierte Versionen dargeboten. Dem Buch entgegengesetzt wird hier die Diskografie von hinten aufgerollt. Der erste Titel „Terre Haute“ ist ihrem zuletzt veröffentlichten Album „The Threshingfloor“ entnommen. Diesem folgt „Not One Stone“ aus dem 2008er „Ten Stones“. Danach überzeugen “Whistling Girl” (aus “Mosaic”, 2006) „Oil On Panel“ (aus „Consider The Blues“, 2004) und „White Bird“ (aus „Blush Music“, 2003). Am Ende steht hier der Song „Last Fist“, der ursprünglich auf ihrem Debüt von 2002 zu finden ist. Trotz der reduzierten Versionen büßen die Songs nichts von ihrer Magie und Intensität ein. Vor allem werden hierdurch die Lyrics in den Mittelpunkt gerückt, was dem Gesamtpaket „Black Of The Ink“ die Krone aufsetzt.

Hat das Label Glitterhouse jemals ein derartiges Projekt verwirklicht? Als Plattenfirma hat man ja mit Druck und Gestaltung von Booklets und Vinyl-Coverartwork zu tun, ein richtiges Hardcover-Buch dagegen ist die Ausnahme von der Regel. Wie überaus gelungen dieses Buch mit der integrierten CD ist, das erfährt derjenige, der es sich zulegt. Dieses Schmuckstück eignet sich auch ganz besonders als Geschenk für das bevorstehende Weihnachtsfest.

Anspieltipps:

  • Terre Haute
  • Not One Stone
  • White Bird
  • Last Fist

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