Peaking Lights - 936 - Cover
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Peaking Lights 936


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Hipster und Lounge-Experten überschlagen sich wahrscheinlich schon längst zu den wabernden Klangnebeln von Peaking Lights.

Sind wir nicht alle nur Sternenstaub in den endlosen Weiten des Alls? Eine Klangcollage ohne Ziel und wiederkehrende Melodie, die allein durch den Rhythmus des maschinenartig arbeitenden Herzens vorangetrieben wird? So nichtssagend hochtrabend diese Worte klingen, so leer und gleichzeitig prall gefüllt klingen auch „Peaking Lights“, die auf „936“ zwischen Lounge und den neueren MGMT einen nichtssagenden, aber beruhigenden Soundbrei an den Mann (und natürlich auch die Frau) bringen wollen. Einzelne Tracks aus dieser Ansammlung aus afrikanisch inspirierten, einfachen Beats in Verbindung mit Neu-New-York-Pop im Lounge-Gewand herauszuheben fällt schwer, da von allen dieselbe Magie und Leere zugleich ausgeht.

Hipster und Lounge-Experten überschlagen sich wahrscheinlich schon längst zu den wabernden Klangnebeln von Peaking Lights, die dahinter ihre einprägsamen und simplen Melodien und den Garage-Lo-Fi-Gesang verstecken. Es erscheint sogar in sämtlichen Tracks mit Gesang so, als hätte das Selbstvertrauen gefehlt, um echte Pop-Musik zu gestalten. Zu aufdringlich sind die meisten Melodien, um als Kulisse für Lounge herzuhalten, aber für echte Radio-Musik fehlt es an Energie und Aufbegehren. Böse Zungen können diese Aussage so verstehen, dass die Musik von Peaking Lights plätschert. Andere können es so nehmen, als ob die Musik einen sanft wiegt doch da geht die Rechnung mit dem – für diese Zwecke nervigen – Gesang nicht auf.

Sufjan Stevens hat mit „The Age Of Adz“ bewiesen, dass Art-Pop sich kompliziert, aber interessant einfangen lassen kann. Mit glasklarer Produktion hat er seine Musik bloßgelegt und steht zu den kleinen Schwächen, die dadurch erkennbar werden. Peaking Lights wagen diesen Schritt nicht und begraben den Hörer trotz Lounge-Atmosphäre unter einem Soundmantel, der mit seinen nicht zusammenhängenden Details erdrückend und ziellos wirkt. Dieses Problem bleibt über die volle Laufzeit bestehen und so kann man Freunden der Platte nur wünschen, dass sie sich in einen ätherischen Zustand versetzen können, der die wirren Pop-Anklänge übersteht und außer psychedelischer, doch ruhiger Beschallung nicht viel erwartet.

Anspieltipps:

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  • Marshmellow Yellow
  • Summertime

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