Me And Cassity - Appearances - Cover
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Me And Cassity Appearances


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Natürlich wird Dirk Darmstaedter auch 17 Jahre nach dem letzten Album immer noch mit seiner Zeit bei The Jeremy Days („Brand New Toy“) in Verbindung gebracht, doch der Gründer von Tapete Records und Singer/Songwriter aus Bestimmung hat mit seinem Solo-Projekt, dass er um Longplayer mit Bernd Begemann und Bob Dylan-Coveralben ergänzt, einen eigenen Kosmos erschaffen, der sich alleine trägt. Als Side-Kick zu der Solo-Präsenz des Hamburgers fungiert Me And Cassity, mit dem er nun nach langer Pause das vierte Album „Appearances“ vorlegt. Vielseitig ausgearbeitet und voller Feinheiten im Folk-Pop angesiedelt, sorgen auch die befreundeten Mitstreiter wie Anne De Wolff (Calexico) und Martin Wenk (Nada Surf, Calexico, …) an Harmonium, Streichern, Posaune und Trompete für ein inniges Gesamtwerk - mitreißend und anheimelnd gleichermaßen. Aus Schweden unterstützen Kristofer Aström und Therese Johannson am Mikrofon.

Auch wenn die theoretischen Fakten schon hellhörig machen und Großes erwarten lassen, so steht doch die Praxis auf einem anderen Blatt Papier. Dieses füllt sich langsam, aber beständig mit „Time To Put The Hammer Down“. Wie man ihn kennt, thront Dirk Darmstaedter mit erzählerischer Note und markant-lieblicher Stimme über dem antreibenden, mit Mundharmonika und Bläsern gespickten, Folk-Pop/Rock. Besinnlich zieht sich „Bring It On“ zurück, drosselt ein wenig den instrumentalen Druck und lässt den Stimmen von Dirk sowie Therese viel Raum, den sie zu füllen wissen. Blues und Folk vereinen sich zu einer geschmackvollen, atmosphärischen Note, die sich mit kalifornischem Country-Rock der Sechziger Jahre auf „Appearances“ ein kernig faszinierendes Stelldichein gibt.

Die starken Momente sind alles andere als rar gesät, besonders im Kontrast aus feierlichen Uptempo-Stücken wie „The Last Troubadour“ und besinnlichen Songs wie „Fred Astaire“, dem ein überaus präsentes Klavier und das erneut umwerfende Duett mit der Schwedin Therese Johannson einen Suchtfaktor verleiht. Me And Cassity melden sich damit in wunderbarer Verfassung zurück. Sie findet sich in der vielschichtigen Instrumentierung wieder, überführt diese in großartige Songs und setzt den andauernden, positiven Eindruck durch strahlende Vocals fort.

Anspieltipps:

  • Time To Put The Hammer Down
  • The Last Troubadour
  • Fred Astaire
  • Stupid World

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