Meat Loaf - Hell In A Handbasket - Cover
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Meat Loaf Hell In A Handbasket


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach 53 Minuten ist der Spuk vorbei und man muss sich endgültig eingestehen, was man jahrelang noch verneinen konnte: Meat Loaf ist nur noch Durchschnitt.

Meat Loaf kann noch. Meat Loaf will noch. Wer nach 40 Jahren immer noch den Weg ins Studio geht, der wird dies bei Millionen von verkauften Tonträgern wohl nicht mehr des Ruhmes wegen oder für Profit machen. So passt es auch, dass Meat Loaf sein neues Album „Hell In A Handbasket“ sein ehrlichstes Album sein soll. Es soll um die Unzufriedenheit mit der Welt gehen und da ist besonderes Augenmerk auf die Texte angesagt. Genau hier liegt aber wie so oft die Krux des Langspielers, denn was nützt die beste Botschaft, wenn die Musik zum Vergessen ist.

Woher aber die Zweifel, wenn „All Of Me“ in bester Manier den Weg für eine tolle CD ebnet? Meat Loafs Gesang ist immer noch genug, um ganze Chöre an die Wand zu schmettern. Dazu kommen groß gehaltene Arrangements, die von einem Piano beflügelt werden. Was soll schiefgehen? Die Antwort ist so simpel wie sie erschreckend ist. Meat Loaf ist die Leichtigkeit abhanden gekommen. Die Epik, die früher so natürlich aus der Seele der Lieder kam, klingt nun gezwungen. An und für sich sind „Fall From Grace“ und „The Giving Tree“ Songs der Marke Meat Loaf, doch sie möchten einfach nicht im Ohr bleiben.

Wo man früher eine Hymne an die andere reihen konnte, gibt es auf „Hell In A Handbasket“ nur noch ein energiegeladenes Lied nach dem nächsten, das sofort wieder vergessen werden will. All die Kraft der einzelnen Tracks scheint sich gegenseitig aufzuheben und so bleibt am Ende nichts, woran man sich erinnern kann. Da ändert auch die Coverversion von „California Dreamin'“ und typische Kollaborationen mit anderen Musikern nichts. Im Gegenteil: Die Hip-Hop-Einschübe auf „Hell In A Handbasket“ sind irgendwo zwischen verstörend und zum Fremdschämen einzuordnen.

Nach 53 Minuten ist der Spuk vorbei und man muss sich endgültig eingestehen, was man jahrelang noch verneinen konnte: Meat Loaf ist nur noch Durchschnitt. „Hell In A Handbasket“ ist nicht bloß ein Album mit schwächeren Songs, sondern verschläft es komplett, auch nur einen einprägsamen Song abzuliefern. Der beste Versuch ist noch die Vorab-Single „All Of Me“, die aber auch von der Größe des Albums verschluckt wird. Kein Track möchte wirklich zünden und die erzwungene Epik der Stücke lässt das Album oberflächlich und – wie bereits gesagt – durchschnittlich erscheinen. Fans dürfen gerne daran glauben, dass es sich nur um einen Ausrutscher handelt. Allerdings ein Ausrutscher in Form eines kompletten Albums.

Anspieltipps:

  • All Of Me
  • Fall From Grace
  • The Giving Tree

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