Patrick Wolf - Brumalia EP - Cover
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Patrick Wolf Brumalia EP


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 27 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Patrick Wolf ist in den letzten Jahren vor allem seit dem Release seines dritten Albums „The Magic Position“ (2007) zu einem beachtlichen Künstler herangereift. Er wich immer mehr von seinen elektronisch-avantgardistischen Anfängen ab und hat dabei den Pop in einer Form für sich entdeckt, die trotz erhöhter Zugänglichkeit einen speziellen Charakter trägt. Davon zeugen die schillernden Kostüme, die damit einhergehenden musikalisch wie theatralisch fesselnden Bühnenshows und die Eigenschaft, prominente Fürsprecher der unterschiedlichsten Art zu vereinen. Wo sonst kämen Lady Gaga, Patti Smith und Alec Empire (Atari Teenage Riot) auf einen gemeinsamen Nenner?

Während der Konzertreise mit Patti Smith, in deren Band Multiinstrumentalist Wolf auf Wunsch der Künstlerin anheuerte, entstand das Artwork zur EP „Brumalia“, von Smith persönlich eingefangen. Diese EP fungiert als Zugabe zum diesjährigen Album „Lupercalia“, das etwas an fehlenden Widerhaken krankte und den musikalischen Weg des Briten mehr denn je mit einem Fragezeichen versah, denn der allzu glatte Pop kann durchaus in einer kreativen Einbahnstraße enden. Genauen Aufschluss, wohin es nun mit Patrick Wolf geht, liefert auch „Brumalia“ nicht. Um den bekannten Album-Track „Together“, diesem lieblichen Dance-Pop mit großer Sehnsuchtsnote, ranken sich unveröffentlichte Songs. Von diesen punktet vor allem „Time Of Year“ samt sonnig karibischem Flair, weit tragenden Bläsern und turbulenten Streichern, die mit der zart euphorischen Note im Gesang einen mitreißenden Bund eingehen. Dagegen steht schwermütiger Piano-Pop bei „Jerusalem“ als Kontrast bereit. Konsequenter hätte diese Komposition jedoch sein müssen, denn mit seinen nicht einmal zwei Minuten ist es nur ein schwammiges Aufflackern und bedauerlicherweise nicht zu Ende gedacht.

Eine ähnliche Grube gräbt „Nemoralia“, welches mit den perkussiven Schlägen und blubbernden Sequenzen anfangs für Spannung sorgt, doch im weiteren Verlauf die Richtung verliert, in dem die sich auftürmenden Sounds erdrückend tönen. Warum nahezu in jedem Song das Saxophon die Achtziger Jahre ins Boot holt und dabei so manches Mal einfach fehl am Platz scheint, wird hier nicht mehr geklärt werden können. Geklärt ist, das trotz der Kritikpunkte „Brumalia“ ergänzendes Futter für die Fans darstellt und definitiv gute Momente hat, obgleich diese gebündelt nur bei „Bitten“, dem bereits veröffentlichten „Together“ und „Time Of Year“ Verwendung finden.

Anspieltipps:

  • Bitten
  • Together
  • Time Of Year
  • Pelicans
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