The Roots - Undun - Cover
Große Ansicht

The Roots Undun


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem mittlerweile elften Studioalbum (die 2010er Kollaboration mit John Legend auf „Wake Up!“ nicht mitgerechnet) seit der Bandgründung im Jahr 1987 (wobei das Debütalbum „Organix“ erst 1993 auf den Markt kam) legen The Roots aus Philadelphia ein kurzes (39 Minuten Spielzeit), aber dafür umso stärker ambitioniertes Konzeptwerk vor, das die Geschichte des verstorbenen Redford Stephens (1974-1999) erzählt.

In ihrem typischen HipHop-, Soul-, R&B- und Jazz-Mix versetzen sich The Roots auf dem Longplayer in die (Zitat) „Gefühls- und Gedankenwelt von Redford und berichten aus seiner Perspektive; dabei geht es ihnen insbesondere um die Grenzregion zwischen dem freien Willen und der Geworfenheit des Menschen.“

Auch wenn dies thematisch schwere Kost darstellt, hört sich das Konzept komplizierter an als es ist. Wichtig ist, dass Inhalt und Musik eine harmonische Einheit bilden. Denn was nützt der schlauste Text, wenn die Komposition ansonsten für die Tonne ist? Dies beherzigen die Mannen um Drummer Questlove auf „Undun“ ohne Schwierigkeiten. Sie steigen erzählerisch mit dem Todesmoment Redford Stephens ein („Dun“, „Sleep“) und rollen die Story des Straßenjungen von hinten auf. Dabei verkörpern The Roots die erwachsene Variante des HipHop, der inhaltlich sämtliche Klischeefallen vom Ghetto- und Straßenkind vor der Flinte hat, diese aber gekonnt umschifft. Und dass, obwohl Stephens bei seinem Werdegang zum Gangster keine Versuchung auslässt (Drogen, Suff, Frauen, Autos, Schmuck und Designerklamotten).

Das muss der gemeine HipHopper erst einmal leisten. Für The Roots ist dieser Spagat dagegen kein Problem. Ihr „Undun“-Album glänzt mit atmosphärisch dichten Songs, die auf Rap- und Beat-Seite alle Ansprüche erfüllen, dabei wie immer handgemacht sind und dadurch mit einer besonderen Natürlichkeit glänzen. Bei The Roots machen keine Maschinen, sondern Menschen Musik. Das zeigen ihre Texte und die Klangbilder ihrer Alben. „Undun“ macht da keine Ausnahme. Und das ist auch gut so!

Anspieltipps:

  • Sleep
  • Make my
  • Kool on
  • I remember
  • Possibility (2nd movement)

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5.5/10

Einzimmervilla
  • 2017    
Diskutiere über „The Roots“
comments powered by Disqus