Ash - The Best Of - Cover
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Ash The Best Of


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 79 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Zehn Jahre sind um und es gibt nichts Neues. Als 1992 die irische Band Ash das Licht der Welt erblickte, hätte wohl niemand auf einen der erfolgreichsten Export der U2-Insel getippt. Heute ist man acht Millionen verkaufte Platten schlauer und weiß immer noch nicht, wer diese Truppe eigentlich ist. Ash sind in Deutschland auch weiterhin ein Geheimtipp. Seit 2007 macht die Band damit auf sich aufmerksam, dass sie nur noch Singles herausbringt und dem Konzept des traditionellen Albums abgeschworen haben. Eine Reaktion auf die moderne Internetgesellschaft sei das. Schnellerer Zugang zu neuer Musik soll das Ziel sein. Ein löbliches, wenn die Qualität nicht darunter leidet.

Über die Jahre haben sich die inzwischen nur noch drei Iren (Charlotte Hatherley verließ die Band 2006) den zweifelhaften Ruf einer soliden Rockband erarbeitet. Das bedeutet in Zahlen, dass trotz der respektablen Verkaufszahlen die Singles selbst eher Mittelmaßware sind. Da ist nicht die Hymne, die Ballade und der Rocksong. Nein, das Best Of vereint 19 homogene Tracks, die versuchen bloß nicht voneinander abzuheben. Vielleicht liegt es an der romantischen Ader des Rezensenten, aber zumindest erkennt man die hymnischen Songs wieder, auch wenn sie einem einfach nicht im Kopf bleiben wollen. „A Life Less Ordinary“ ist da Vorzeigemodell, wenn man die treibende Melodie und die Hooklines ins Herz schließen möchte, wie einen verlorenen Freund, an den man zwischendrin gar nicht mehr gedacht hat. Ist er dann aber anwesend, freut man sich umso mehr.

Gerade im Lauf der Zeit haben Ash das Talent verloren, alten Leuten einen Schrecken einzujagen oder junge Menschen zur Rebellion aufzurufen. Besonders das Remastering der Songs auf dem Best Of sind ein Beweis dafür. Als hätte sich ein schützender Mantel um die Gitarrenwände gelegt, fühlt sich die Musik ungefähr so heftig an, wie wenn sich englische Hooligans mit Zuckerwatte gegenseitig verprügeln. So ist es einem kaum zu verübeln, dass „Girl From Mars“ oder „Kung Fu“ einem kaum im Ohr bleiben, wogegen „Shining Light“ zumindest mitgesummt wird. Die weichen Töne der Gruppe treffen den Nerv noch so, dass das Ergebnis nicht ganz in Artmäßigkeit versinkt. Will man beschreiben, wie sich Alternative/Punk Rock im statistischen Durchschnitt anhört, dann liefern Ash Traumergebnisse für alle Rockforscher. Hier ist die Formel zu Rock ohne Aussetzer zum Weglaufen und Höhepunkte, die andere Lieder weniger gut erscheinen lassen könnten.

Anspieltipps:

  • Kung Fu
  • Shining Light
  • A Life Less Ordinary

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