Rose Funeral - Gates Of Punishment - Cover
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Rose Funeral Gates Of Punishment


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„You can feel me / I can hear you / You can touch me / I will torture you / I am in you and there´s nothing you can do” - Herzlich Willkommen zum vielleicht widerwärtigsten und abartigsten Album des ausklingenden Jahres, das eine bildliche Sprache besitzt, die so mancher Horrorslasher nicht mit hektoliterweise Kunstblut zu toppen vermag! Dabei ist die zweite Schlachtbank von Rose Funeral aus Cincinnati, Ohio im Kern lediglich eine weitere todessehnsüchtige Abrissbirne, die technisch keine Wünsche offen lässt. Hier werden Breakdowns eingeworfen, dass sich selbst der Papst in die Hose machen würde und die Gitarren strahlen eine dunkle Aura aus, als ob sie von Satan selbst gestimmt wurden.

Sicherlich gibt es diese nackenbrechende Finesse bei unzähligen anderen Bands wie z.B. All Shall Perish, Whitechapel, Misery Index, Dying Fetus, Carnifex, As You Drown, The Red Chord, Suicide Silence, Vader, Deicide, Krisiun, The Black Dahlia Murder oder Vomitory (nur um ein paar zu nennen), doch Rose Funeral sind trotzdem fulminant anders. Entgegen der modern ausgerichteten Death Metal-Gruppierungen bekommt man auf „Gates Of Punishment“ nämlich genau das, was der Titel verspricht und nichts anderes. Klare Emogesänge wurden schon vor Beginn der Aufnahmearbeiten erdrosselt, ohrwurmtaugliche Hooklines liegen aufgeschlitzt vor dem Tonstudio und sämtlichen Kompromissen wurde der Mageninhalt aus dem Leib geprügelt. Wie man sich also denken kann, gibt einem „Gates Of Punishment“ ordentlich eins auf die Fresse und das nicht zu knapp.

Diese Urgewalt manifestiert sich schon im Opener, der mit wohligem Knistern das Prinzip der verbrannten Erde einläutet um einem dann urplötzlich an die Gurgel zu springen und nicht mehr loszulassen, bis Opernsängerin Kate Alexander in „Malignant amour“ ihren Mund aufmacht. Was sich Ryan Gardner (Gesang, Gitarre), Kevin Snook (Gitarre), Julian Kersey (Bass) und Sessiondrummer Dusty Boles (Heilige Handgranate von Antiochia, dieser Kerl ist nur Sessiondrummer?) dabei gedacht haben, wird selbst nach dem x-ten Durchgang nicht klarer. Zum Glück gibt es ja die Skip-Taste und weiter geht´s mit einem blutrünstigen Höllenritt der Extraklasse, bei dem die Zeile „Butcher everyone, butcher everyone, butcher everyone, I want to kill them all“ fast wie von selbst zum Kopf-gegen-die-Wand-schlagen einlädt („The desolate form“). Muss man sich eigentlich um sein eigenes Wohlbefinden Sorgen machen, wenn einem ein derartiger Part Freudentränen in die Augen treibt?

Wie dem auch sei, „Entercism“ und „Amidst Gehenna“ halten anschließend den Blutzoll aufrecht und mit dem Titeltrack spendieren Rose Funeral ein besonders feines Gustostückerl zum Abschluss. Anfänglich noch zaghaft unterwegs, verfällt der Track nach und nach in blinde Raserei, bis er an einem fabelhaft eingestreuten Breakdown zerschellt, der in ein seliges Streicherbeet mündet. Damit belassen es Rose Funeral aber keineswegs und bauen sich noch einmal in voller Größe vor dem Hörer auf um ihren Widerhaken auch ordentlich in das ahnungslose Opfer vor den Lautsprechern rammen zu können. Kurz und knapp gesagt legen die Amerikaner mit ihrem zweiten Longplayer einen blutig triefenden Brocken vor, der vor allem Geschwindigkeitsfanatikern und Freunden rasender Todesbleiattacken den Alltag versüßen wird.

Anspieltipps:

  • Entercism
  • False Divine
  • The Desolate Form
  • Gates Of Punishment

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