The Rifles - Freedom Run - Cover
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The Rifles Freedom Run


  • Label: Right Hook Records/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Poltern haben The Rifles scheinbar aufgegeben und widmen sich jetzt vermehrt dem Pop in BritPop.

Nach zwei Jahren Pause meldet sich die britische Band The Rifles nach „Great Escape“ wieder zurück. „Freedom Run“ heißt das dritte Studioalbum, das sich wahrhaftig als ein „Freedom Run“ entpuppt. Was ist passiert? Nicht nur ein Labelwechsel sondern auch eine großzügige Auswechslung der Bandmitglieder lassen The Rifles anders klingen als man es erwartet hätte. Gleich mit dem Eröffnungssong „Dreamer“ fallen dem Hörer die ersten Veränderungen auch schon auf, denn überraschenderweise singt neben Joel Stoker jetzt auch Lukas Crowther.

Das Quartett ist mittlerweile ein Quintett: Nachdem sich Grant Marsh und Robert Pyne dazu entschlossen die Band zu verlassen, blieben Lukas Crowther und Joel Stoker als Gründungsmitglieder zurück. Ein adäquater Ersatz für Marsh und Pyne ließ sich aber schnell finden: Dean Mumford stieß als erster zu den verbliebenen Rifles hinzu, um die Band bei Live-Auftritten zu unterstützen. Kurze Zeit später folgten die zwei langjährigen Freunde von Stoker und Crowther: Lee Burgess und Kenton Shinn.

„Freedom Run“ ist ein Album für Softies: Das Poltern haben The Rifles scheinbar aufgegeben und widmen sich jetzt vermehrt dem Pop in BritPop. Während „Great Escape“ und „No Love Lost“ noch laut und verschrammt klangen, ist „Freedom Run“ ein deutlich harmonischeres Album. Sind The Rifles jetzt etwa auch nur eine von diesen Insel-Bands geworden? Keineswegs: „Little Boy Blue (Human Needs)“ klingt beinahe mystisch und Glockenspielklänge, wie in „Falling“, zeigen, dass The Rifles auf „Freedom Run“ ihrer Experimentierfreude freien Lauf gelassen haben. Die Akustikgitarre zu Beginn von „Eveline“ kommt da gerade recht und lässt den Hörer mitten im Album freudig aufhören.

Obwohl The Rifles sich gerne an ihren Vorbildern Oasis messen, haben die vier Engländer bis zu einem ebenbürtigen Vergleich noch einen weiten Weg vor sich: Bisher bleiben The Rifles vor allem tanzbar und fast noch party-tauglich. Doch nicht jede Veränderung bringt nur Gutes mit sich: Das Experimente nicht immer funktionieren, zeigen zum Beispiel die Streicher zu Beginn der ersten Single „Tangled Up In Love“, die sich unangenehm zusammengekleistert anhören.

The Rifles sind nicht nur softer geworden, man sucht auch ein klein wenig nach Ecken und Kanten. „Freedom Run“ wird von weichen Rockmelodien dominiert und von den Rifles (dt: Gewehre) ist nur noch wenig zu hören. Trotz allem ist „Freedom Run“ kein Schuss in den Ofen, denn eingängig sind die Songs auch weiterhin. An einigen Stellen ist das Album nur etwas zu vorhersehbar. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass „Freedom Run“ trotz einiger Neuerungen, im Gesamtpaket ein harmonischer Ausreißer aus der „The“-Band-Kategorie ist.

Anspieltipps:

  • Dreamer
  • Tangled Up In Love
  • Eveline
  • Long Walk Back

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