Behemoth - Demonica (Re-Release) - Cover
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Behemoth Demonica (Re-Release)


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 95 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der historische Faktor von „Demonica“ kennt seine Grenzen.

Mit „Evangelion“ (08/2009) können Behemoth ihre erste Nummer 1 vorweisen. Das neunte Album der mittlerweile geschwärzten Death Metal-Kapelle setzte sich damit zwar nur in ihrem Heimatland Polen an die Spitze, man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass es darauf nicht gerade zimperlich zugeht und Bandleader Nergal mit seinen Mannen im Vergleich zu den opulenten Klanggebilden der ähnlich gelagerten Dimmu Borgir kaum Kompromisse eingeht.

Zwei Jahre später erscheint nun „Demonica“, die Wiederveröffentlichung einer Demo- und Raritätensammlung, die bereits 2006 von Regain Records in limitierter Auflage unters Black Metal-Volk gebracht wurde. Darauf hören wir allerdings nicht rasendes Schwarzmetall, dunkel grollende Growls, apokalyptische Schlagzeugsalven und rasiermesserscharfe Gitarrenriffs, sondern in einer (bestenfalls) Garage aufgenommene Stücke, die mehr dem Doom verfallen sind und noch ziemlich minimalistisch aufbereitet sind (und damit ist nicht die Produktion gemeint).

Hauptsächlich geformt aus den Demos „The Return Of The Northern Moon” und „...From The Pagan Vastlands” ist „Demonica“ daher hauptsächlich Puristen zu empfehlen, die Aufnahmerauschen, hin und wieder verschwindende Spuren und ein generell räudiges Klangbild symptomatisch mit Black Metal gleichsetzen. Die späteren Behemoth aus diesem äußerst kratzigen Gebräu herauszuhören fällt allerdings nicht unbedingt schwer, denn schon 1993 verstanden es die Polen mit Wolfsgeheul („The dance of the pagan flames“), plätschernden Bächen („The arrvial“), läutenden Glocken („Goat with a thousand young“) und bedrohlichen Sounds („Rise of the blackstorm of evil“) der Hörerschaft Gänsehaut und Schauder über den Rücken fahren zu lassen. Heutzutage läuft dies alles eben nur drei Mal so schnell ab.

Der historische Faktor von „Demonica“ kennt allerdings auch seine Grenzen, denn die alternativen Versionen zu „Moonspell rites“, „Blackvisions of the almighty“ und „Pure evil & hate“ besitzen nicht einmal annähernd etwas, das mit der herkömmlichen Verwendung des Wortes „Abmischung“ zu tun hat und sorgen bestenfalls für einen Gehörsturz. Dafür haben es mit „Transylvanian forest“ und „Spellcraft & heathendom“ zwei Stücke auf die Zusammenstellung geschafft, die während der „Demigod“-Sessions (10/2004) aufgenommen wurden und in der aktuell bekannten Geschwindigkeit und Wucht aus den Boxen brechen. All jene, die ausschließlich diese Phase von Behemoth bevorzugen, sei, bevor sich Enttäuschung breit macht, von „Demonica“ jedoch abzuraten.

Anspieltipps:

  • Dark Triumph
  • Transylvanian Forest
  • Thy Winter Kingdom
  • Rise Of The Blackstorm Of Evil

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