Deaf Havana - Fools & Worthless Liars - Cover
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Deaf Havana Fools & Worthless Liars


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Stärke des neuen Albums ist gleichzeitig seine Schwäche.

Deaf Havana haben es nicht nötig mit dem Borderline-Syndrom von Bandmitgliedern zu werben und auch Promotion-Agenturen sollten mit solchen Mitteln vorsichtig umgehen. Nach diesem nachdenklichen Wort zu Beginn sollte lieber darauf hingewiesen werden, dass die Mischung aus Panic At The Disco!, Blink 182 und den Szene-Vorreitern Incubus, die dieses Jahr mit „If Not Now, When?“ versucht haben zurückzukehren. Die mangelnde Innovation des Vorzeigeprodukts einer an Kontur verlierenden Branche ist also wahrlich kein gutes Vorzeichen für das in den USA bereits erschienene Album.

Tatsächlich weigern sich Deaf Havana von der ersten Minute an den Bann des Alternative Rock zu brechen. Von der braven Akustik-Ballade („The Past Six Years“) bis zu aufbegehrenden Jugend-Rockern („Youth In Retrospect“), die stark an die vorher genannten Vorbilder erinnern, ist alles vorhanden. Gerade „Youth In Retrospect“ hat sich aber einen Ehrenplatz verdient, da es beweist, dass die Energie von Alternativ Rock immer noch funktionieren kann. Es wird einfach alles ausgepackt, was dieses längst am Zenit angekommene Genre zu bieten hat. U2-Gitarren („Little White Lies“) oder Sprechchöre, wie sie auch Paramore in der jüngeren Vergangenheit gewinnträchtig einsetzen konnte.

Die Stärke des neuen Albums „Fools And Worthless Liars“ ist gleichzeitig seine Schwäche. Die gesamte Bandbreite des Alternativ Rock wird abgefeuert wie ein Feuerwerk und Langeweile kann kaum aufkommen, so gekonnt wie sich emotionale Balladen und Stadion-Hymnen abwechseln. Das neue Album des Quartetts ist ein richtig gut durchdachtes Stück Musik, das Neuerungen außen vor lässt und sich auf die Leisten konzentriert, die diesen Schustern am Ehesten liegen. Das Ergebnis ist durchweg solide und hat keinerlei Enttäuschungen parat, was mehr wert sein kann, als gezwungen ambitioniertes und Chart gesteuertes Gedudel für Zwischendurch.

Anspieltipps:

  • Youth In Retrospect
  • Hunstanton Pier
  • Little White Lies

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