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Sport Aus Der Asche Aus Dem Staub


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

15 Jahre Sportfreunde Stiller! Was für ein Jubiläum! Da muss man Ausschau halten, ob es nicht bald wieder neues von den Sportis gibt. Ach ja und nebenbei hat auch die Gruppe Sport Geburtstag. Wie? Ebenfalls 1996 als Gründungsjahr? Vielen Dank Oliver Bierhoff! Dieses Kopfballtor 1996 muss eine Menge Eindruck geschunden haben. Genau wie die kommerziell sehr erfolgreichen Sportfreunde hält es die Gruppe Sport ebenfalls mit schroffem Rock, der im Gegensatz zu den Spaßmachern aus Bayern aber immer eine nachdenkliche Note mit sich bringt.

„Wer Führt Dein Leben“ eröffnet das neue Album „Aus Der Asche Aus Dem Staub“ mit einem der ehrlichsten und schönsten Deutsch-Rock-Riffs des vergangenen und bis dahin neuen Jahres. Dieser Song der Hamburger bettelt geradezu darum live gehört zu werden. Wer bei dieser Gitarre nicht ähnlich angetan ist, wie bei Jupiter Jones' Opener ihres im Sommer erschienenen Albums, der muss Rockmusik hassen. Ansonsten sollten die Bewertungskriterien für Sport gleich festgelegt werden. Gut gemachter Rock mit nachdenklichen Texten wird geboten, sehr schöne Refrains machen die ein oder andere Überlänge wett und Felix Müllers Stimme wird nicht einmal ein Drittel der Tonleiter abdecken.

Der gleichbleibende Gesang ist mit dem Hang zur Überlänge die große Schwäche der Band. So oft wünscht man sich stimmliche Explosionen, wie es doch auch Madsen schaffen, die dafür nicht so abwechslungsreich im strukturellen Bereich sind. Was nützen Texte über die Vergänglichkeit der menschlichen Spezies („In Einem Land nach Unserer Zeit“) oder Vergänglichkeit selbst („Der Tod Singt Den Blues“). Wenn die Emotionen sich auch in den tönen des Gesangs wiederfinden würden, könnte man mit dem Staunen kaum noch aufhören.

Den wahrscheinlich besten Texten der Saison steht also wieder einiges im Weg und man wundert sich nach 15 Jahren sowieso nicht mehr, warum der ganz große Erfolg für die Hamburger ausblieb. „Dünnes Eis“, „Eldorado Ruft Uns“ oder auch „Den Fluss Hinab“ sind allesamt Indie-Rocker der langsamen Sorte, die alles bieten, was man sich wünscht. Allerdings versuchen sie sich nicht mit Melodie, sondern mit Länge in den Ohren der Hörer festzusetzen. Die vielen Details, die die Lieder ausmachen sind nach drei Minuten zur Genüge erforscht und die Melodien möchten den Hörer nicht mehr tragen. Trotzdem sucht man vergebens die Stücke, die in der Kürze ihr Glück suchen.

Auch zum 15. Geburtstag bleibt es dabei, dass es keine große Party gibt, sondern nur die Feier im kleinen Kreis, wo man gratuliert und sich über neues Material freut, das teilweise größere Festivals rocken wird. Die kritische Frage, warum man auch beim neuesten Leistungsnachweis nicht an den alten Schwächen gearbeitet hat, möchte man nicht stellen und doch schwebt sie unangenehm im Raum, wenn die teils recht haltlosen Arrangements sich vergebens versuchen in die Herzen der Hörer zu retten.

Anspieltipps:

  • In Einem Land Nach Unserer Zeit
  • Sattelt Die Hühner, Wir Reiten Nach El Paso
  • Den Fluss Hinab

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