Charlotte Gainsbourg - Stage Whisper - Cover
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Charlotte Gainsbourg Stage Whisper


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Recht experimentierfreudig weiß das Material dramaturgisch nicht recht wohin.

Völlig in Ordnung gebiert sich die Zwischenmeldung oder das Lebenszeichen Charlotte Gainsbourgs, dass sie auch als Musikerin noch lebe und nicht ausschließlich als Actrice von Lars von Triers Gnaden fungiert. Die Charakterrollenschauspielerin mit Hang zum anspruchsvollen Film hatte 2006 und 2009 mit „5:55“ und „IRM“, unter Mithilfe von zuerst Air und Jarvis Cocker und anschließend Beck, zwei Studioalben vorgelegt, die ihrem Schauspielkarriereschub leicht vorgelagert waren – „I’m Not There“, „Antichrist“ und „Melancholia“, die großen Erfolge ihre zweiten Profession, folgten danach.

Nun sollte man schon seinerzeit den Umstand nicht aus den Augen verlieren, dass die, Dank der Last der Prominenten Elternschaft, einflussreiche Gainsbourg ihre Musik nicht allein erdacht und zustande gebracht hat, „5:55“ klingt genauso stark nach Air, wie „IRM“ die unverkennbare Regiehandschrift Beck’s trägt, nichtsdestotrotz waren beide solide gute Alben, mit je einigen markanten sogenannten Signature-Songs.

Nun ist im befruchtenden Produktionsprozess mit Beck beim letzten Album derart viel B-Seiten-Material angefallen, dass selbiges nun, gekoppelt mit soundtechnisch einwandfreien Live-Aufnahmen, als musikalisches Lebenszeichen herausgebracht wird, als CD & DVD Package mit bebilderten Live-Aufnahmen oder als Doppel CD mit zuerst acht bisher unveröffentlichten Songs und anschließendem Konzertmitschnitt.

Recht experimentierfreudig weiß das Material dramaturgisch nicht recht wohin, stampft der Opener mutig und rockig offensiv voran, tanzt ein Basslauf aus den Eighties sich schwitzig in „Paradisco“, während besinnliche Folkeinsamkeiten („White Telephone“ und „Memoir“) den Rest dominieren. Nicht außergewöhnlich, aber talentiert, nicht mitreißend, aber handwerklich solide zeigen die Outtakes, dass Gainsbourg im Spiel mit Zepter in der Hand haltenden musikalischen Alleskönnern durchaus abwechslungsreiche Songs irgendwo zwischen Rock, Independent und Folk darzubieten versteht und dabei immer unaufdringlich sie selbst bleibt. Für Fans und Kennenlerner gleichermaßen geeignet, zeigen die elf Live-Versionen zusätzlich, dass ihre musikalische Eignung jeden Live-Test besteht, auch wenn sie nicht die ganz große stimmliche Erscheinung ist.

Anspieltipps:

  • Terrible Angels
  • Paradisco
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