Gotye - Making Mirrors - Cover
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Gotye Making Mirrors


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich ein Majorlabel dazu entscheidet, quasi auf den letzten Drücker des Jahres noch schnell ein ausländisches Nummer-eins-Album in die Läden zu wuchten, dann hat es entweder kein Vertrauen in das Thema und lässt es ohne Promotion an die Wand fahren – oder es ist wirklich Eile geboten, um die Nachfrage zu befriedigen.

Im Fall des in Belgien geborenen Australiers Wouter „Wally“ De Backer alias Gotye ist letzteres der Fall. Mit der Single „Somebody that I used to know“ ist der 31-Jährige seit Wochen fester Bestandteil des deutschen Mainstream-Radioprogramms. Das führte zu einer Top-10-Platzierung in den Single-Charts und zu der Erkenntnis, dass das im Spätsommer 2011 veröffentlichte Album „Making Mirrors“ (u.a. Nummer eins in Australien, Neuseeland und Belgien) nun auch bei uns offiziell erscheinen muss.

2½ Jahre ließ sich Gotye für das Album Zeit. Es ist der Nachfolger seines Zweitwerks „Like Drawing Blood”, das im Juli 2006 in Australien und mit zweijähriger Verspätung in Europa erschien und es stellt seine erste Veröffentlichung auf einem Majorlabel dar. Dabei ist Gotye auf den ersten Blick nicht zwingend ein Thema für einen Major. Dazu sind Gotyes Songs eine Spur zu avantgardistisch und nicht „glatt“ genug. Doch genau das macht den Reiz aus, wenn der gebürtige Belgier bergeweise Samples anschleppt, dazu live in einer Scheune eingespielte Instrumente benutzt, mit verfremdeten Stimmen arbeitest und Loops bastelt. Dass Gotye auf seinem Weg zum fertigen Song dabei nie die eigentliche Bedeutung des Wortes Popmusik aus den Augen verliert, ist der Schlüssel zu seinen Sound.

Unterm Strich besitzen alle Songs auf „Making Mirrors“ genau die richtige Balance aus Eingängigkeit und anspruchsvoller Kunst, was eher selten vorkommt. Das Ergebnis sind hypnotisch anziehende Electro-Popsongs wie „Don’t worry, we’ll be watching you“ und „Giving me a chance“, die wie eine Mischung aus Beck und Hurts klingen und doch eine eigenständige Art besitzen. Dazu kommen Stücke wie die zwischen Dub-Elementen, Rockgitarren und spannender Percussion pendelnden „Easy way out“ und „Smoke and mirrors“ sowie das auf Breitwandpop á la Snow Patrol setzende „Eyes wide open“. Das ergibt eine feine Mischung fernab von Trash Pop und anderen Grausamkeiten des musikalischen Alltags.

Anspieltipps:

  • Eyes wide open
  • Giving me a chance
  • Somebody that I used to know
  • Don’t worry, we’ll be watching you

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