Black Rainbows - Supermothafuzzalicious!! - Cover
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Black Rainbows Supermothafuzzalicious!!


  • Label: Heavy Psych Sounds
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album klingt zumeist so, als wäre die Handbremse angezogen.

Sein wir ehrlich mit uns und der Musik. Nur in den seltensten Fällen lobpreisen wir das individuelle Können der Musiker an ihren Instrumenten. Wie oft man den Bassisten einer Band auch hervorhebt: bleibt die Melodie Mist, dann kann man im Mainstream keinen Blumentopf mehr gewinnen. Und mit dem Mainstream ist inzwischen auch der Hauptstrom einzelner Genres gemeint. Egal ob Metal, Stoner oder Punk: keiner kann mehr behaupten, nicht den Druck der Plattenfirma hinter sich zu haben. So können sich auch The Black Rainbows nicht einfach in ihre Stoner-Nische verkriechen, da selbst dort schon Bands den Zugang zum großen Geld ermöglicht haben. Drei Akkorde für die Strophen plus ein paar Riffs pro Song sind nicht mehr genug.

Der Zungenbrecher-Titel schafft schon mal für Aufmerksamkeit und auch die Eröffnung „Burn Your Nation“ weist gekonnt alles auf, was eine klassische Stoner-Nummer auszumachen hat. Die Melodie, die den Hörer mit auf die Reise nimmt und ihn daran hindert im Chorus oder während der Riffs stillzuhalten. So simpel und einfach kann es gehen. Was sich so leicht anhört ist aber auch der Schlüssel zu erfolgreicher Musik und das lässt einen den Opener gleich noch höher einschätzen. Leider schaffen es die Italiener nicht gleich an diese starke Leistung anzuknüpfen und so klingt mit „Behind The Line“ der kürzeste Track des Auftakttrios am langwierigsten.

Überhaupt schafft es aber kein Lied mehr, wirklich im Kopf zu bleiben. Es sind Momente, wie der Break in „Mastermind“, der die zweite, leider zu lange Phase des Songs einläutet. Und auch wenn ein Hauch von Wolfmother („Feel The Beat“) oder sogar Metallica aufkommt („Mother Of The Sun“) klingt das alles wie eine abgespeckte Version der Originale. Das Gute zeigt sich aber doch noch hin und wieder, wenn zum Beispiel „Solar System“ oder „Brain Circles“ es schaffen, wieder Melodien zu finden, die einen auch die drei Minuten durchrocken lassen wollen.

Zwar klingt das Album zumeist so, als wäre die Handbremse noch drin, aber zumindest schaffen die Südeuropäer bei gedrosseltem Tempo die richtigen Akzente zu setzen. Mit ein wenig mehr Tempo und etwas mehr Energie, was beides bei Liveauftrtitten gut vorstellbar ist, würden einige der Lieder wohl auch ohne Top-Melodie ziehen. So bleibt es dabei, dass man das Gefühl nicht loswird, dass ein geschlossenes Fenster zwischen einem und der Band steht, durch das man sie nicht klar hören kann und der erste Einschlag abgewendet wird. Und so aus der ferne betrachtet, ohne selbst die Kraft dieser Musik einzusaugen, ist Stoner-Rock weiterhin ein durchschnittliches Vergnügen.

Anspieltipps:

  • Burn Your Nation
  • Brain Circles
  • Mastermind

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