King´s Daughters & Sons - If Then Not When - Cover
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King´s Daughters & Sons If Then Not When


  • Label: Chemikal Underground/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Begriff Post-Rock wird häufig dann verwendet, wenn Musik nicht leicht einzuordnen ist. Als Anfang der 1980er Punk und New Wave von der Musikindustrie aufgesogen wurde, begann die alternative Musikbewegung von Independent und Post-Punk zu sprechen. Schließlich wurde aus Post-Punk Post-Rock. Alles Begriffe, die bis heute für die unterschiedlichsten Interpreten stehen. Auch dem Debüt der King’s Daughters & Sons mit dem seltsamen Titel „If Then Not When“ wird das Etikett Post-Rock verpasst, obwohl man sie gleichzeitig auch mit der Classic-Rock-Band Led Zeppelin in Zusammenhang bringt.

Ein Blick auf die Bandmitglieder verrät, dass hier eine ganze Menge an Erfahrung zusammenkommt. Diese spielten bereits mit Shipping News, Rachel’s, The For Carnation und Shannon Wright. Im Einzelnen liest sich die Besetzungsliste so: Kyle Crabtree (Drums), Todd Cook (Bass), Rachel Grimes (Piano, Voice), Joe Manning (Guitar, Voice) und Michael Heineman (Guitar, Voice).

Die Spieldauer der einzelnen Songs bewegt sich zwischen vier und acht Minuten, King’s Daughters & Sons bauen ihre Songs langsam auf. Priorität legen sie hierbei auf die Laut-Leise-Passagen, die sie scheinbar im Schlaf beherrschen. Daneben beweisen des Königs Töchter und Söhne nicht nur ein Händchen für Melodie- und Spannungsbögen, die zuweilen Schön- und Erhabenheit erzeugen, sondern wissen auch um Folk- und Jazzharmonien. Nicht zuletzt sorgen drei Stimmen, die sich die Lead Vocals teilen oder in Harmonie erstrahlen, für Abwechslung und Emotionen. Ob nun Heinemanns zärtlicher Flüstergesang wie auf „Sleeping Colony“ und „Volunteer“, Joe Mannings rau-leidenschaftliche Stimmbänder (z.B. auf „Dead Letter Office“) oder Rachel Grimes‘ klare, in helles Licht getauchte Stimme („Arc Of The Absentees“) die Führung übernimmt, sie erzeugen immer einen wichtigen Kontrast in den spannungsgeladenen Songs.

Das einzige Instrumental „A Storm Kept Away“ badet in Jazzvibes mit kristallklarem E-Piano und coolem Groove. Es lohnt sich auch immer wieder auf Bass und Schlagzeug gesondert zu achten, weil beide maßgeblich den Songaufbau mehr oder weniger subtil mitbestimmen. Die E- und A-Gitarren reichen von zärtlich leisen Folk-Tönen bis zu lärmenden Rockklängen. Ist das Folk-Rock? Oder Folk-Post-Rock? Manche Passagen lassen auf ein Zusammentreffen von Fairport Convention mit Savoy Grand denken. Und Led Zeppelin? Nun ja, zumindest deren Dynamik und wiederum deren Folk-Rock-Einfluss darf man mit ins Vergleichsboot nehmen. Auch die Texte sind nicht von schlechten Königskindern: Mörderballaden, Geistergeschichten und Grimoires!

Anspieltipps:

  • Sleeping Colony
  • Ace Of The Absentees
  • The Anniversary
  • Open Sky

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