Christina Pluhar - Los Pajaros Perdidos - Cover
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Christina Pluhar Los Pajaros Perdidos


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist Deutschland bereit für eine Mischung aus Buena Vista Social Club und Barock? Wird uns doch für gewöhnlich jegliches Rhythmusgefühl abgesprochen, scheint zumindest die eine Hälfte eine Schwierigkeit zu werden. Gleichzeitig lieben wir ja Exotisches und spätestens seit der kubanisch lockeren Version von Coldplays „Clocks“ dürften einige auf den Geschmack gekommen sein. Mit Klassik ist das Ganze natürlich wieder eine andere Geschichte, aber wie soll es nicht besser gehen, diese antiquierte Musikrichtung an den Mann zu bringen, als mit leichtfüßiger, südamerikanischer Note.

Pustekuchen! Das Album beginnt mit einem Faustschlag der etwas anderen Art. Operngesang und Kammermusik vereinen sich mit minimal lateinamerikanischen Eindrücken. Wer hätte das erwartet? Niemand. Eine Überraschung muss nun nicht zwangsweise schlecht sein, in diesem Falle ist sie es aber. Klassik wird wieder in seiner abschreckenden Form präsentiert. Weder Freunde von klassisch gehaltener Musik à la Mozart und Beethoven werden hieran Gefallen finden und auch experimentierfreudige Hörer, können diesen minimalistisch untermalten Operetten etwas anfangen. Leider gibt es noch eine gute Hand voll dieser Tracks, die allesamt unterhalb des Durchschnitts im Ziel ankommen.

Aber zum Glück wussten die Macher des Projekts auch, wie man die Hörer zurück ins Boot holt. Zwar auch erstaunlich ruhig gehalten und an Kammermusik erinnernd, aber beruhigend sind die meisten instrumentalen Stücke. Dazu – man mag es kaum glauben – sind auch Vertreter von Latin-Musik vorhanden, wie man sich das als Hörer vorher auch vorgestellt hat. Wo sich bei Liedern wie „La Embarazada Del Viento“ dafür die Klassik versteckt ist wieder eine andere Frage. Gehen wir weg von den Ansprüchen der Mischung mit Klassik finden sich so aber einige schöne, abermals gediegene Lieder.

Überspringt man die Mini-Operretten verschwindet der fade Beigeschmack eines auch ohne diese noch langen Albums. Die Klassik-Latin-Instrumentalstücke und auch das hispanische Element in den Klassik freien Songs sind eine ruhige Untermalung für mediterrane Abende oder solche Abende, die ein ruhiges Flair gebrauchen könnten. Die Ansprüche klassischer Musik oder auch lateinamerikanischer Finesse bleibt das Album allerdings schuldig.

Anspieltipps:

  • Caballo Viejo/Alma Hanera
  • La Embarazada Del Viento
  • Isla Sacá

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