Nada Surf - The Stars Are Indifferent To Astronomy - Cover
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Nada Surf The Stars Are Indifferent To Astronomy


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Songwriting-Züge und Melodien werden standesgemäß auf reibungsintensiven Gitarren und drängelndem Schlagzeug gebettet, ohne die ruhige, gedankenverlorene Zerbrechlichkeit zu vernachlässigen.

In den frühen 90er Jahren von Matthew Caws und Daniel Lorca gegründet, sind die US-Amerikaner Nada Surf seit ihrem Debütalbum „High/Low“ (1996) und der College Rock-Hymne „Popular“ einer der großen Namen mit loyaler Fanbasis, wenn es um alternativen Rock/Pop geht. Nach schwierigen Jahren und dem lange unterschätzten Longplayer „The Proximity Effect“ ging das Trio in eine Pause, aus der sie gestärkt und deutlich näher am Folk platziert mit „Let Go“ (2002) hervorgingen. Nada Surf behielten ihr Gespür für eindringliche Melodien und Songs, die zu Herzen gehen, wie die soliden bis großartigen Alben „The Weight Is A Gift“ sowie „Lucky“ zeigten. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass sie mit ihrem unaufdringlichen und sich nie einem Trend anbiedernden Sound viele neue Fans gewannen, doch für den geneigten Liebhaber war jedes Werk eine kleine Offenbarung. Wie es um Nada Surf heutzutage steht, deuteten sie bereits vor zwei Jahren auf dem Cover-Album „If I Had A Hi-Fi“ an.

2012 und ihr siebter Tonträger „The Stars Are Indifferent To Astronomy“ bricht mit dem herein, wonach sich viele schon hinter vorgehaltener Hand sehnten: Nada Surf haben den Rock wiedergefunden, gönnen sich mit Doug Gillard (u. a. Guided By Voices) einen zweiten Gitarristen und eröffnen durch „Clear Eye Clouded Mind“ so packend, wie schon länger nicht mehr. Es braten die Breitwand-Gitarren ein wahrhaft die Sinne tangierendes Mahl, die Drums kennen kein Zögern und abgerundet wird das Ganze mit umgarnenden Texten, lieblich abgeschmeckt wie eh und je durch euphorischen Gesang. Folgend geht „Waiting For Something“ einen ähnlich beherzten, zielstrebigen Weg, an den richtigen Stellen geglättet von stimmigen Breaks. Zart beginnt „When I Was Young“, dockt bei der Folk-orientierten Phase der Band an, sonnt sich zur filigran gespielten Akustikgitarre und schiebt sich nahezu nebenbei zum hymnischen Midtempo-Rock hinauf. Auch die orchestral anmutenden Streicher können nicht verbergen, dass Nada Surf die Zähne gespitzt haben und das ausufernde Gitarren-Solo am Ende des Stückes Gänsehaut verspricht.

Man fühlt sich schnell wohl mit der neuen Nada Surf, doch was sie von den letzten Scheiben des Trios unterscheidet und zu der wahren Stärke von „The Stars Are Indifferent To Astronomy“ zählt: Die ohnehin tollen Songwriting-Züge und Melodien werden standesgemäß auf reibungsintensiven Gitarren und drängelndem Schlagzeug gebettet, ohne die ruhige, gedankenverlorene Zerbrechlichkeit zu vernachlässigen. „The Moon Is Calling” hebt tatsächlich ab, begünstigt durch packende Synthesizer-Melodien und lässt noch Platz für losgelösten, Riff-dominierten Pop/Rock in „Looking Through“, dem auch die noch folgenden Songs in nichts nachstehen. So richtig mochte man damit nicht mehr rechnen, doch Nada Surf können noch kernig rockend, was in Verbindung mit den nahe gehenden Harmonien ein packendes, strahlendes Glückserlebnis verbreitet.

Anspieltipps:

  • Clear Eye Clouded Mind
  • When I Was Young
  • The Moon Is Calling
  • Looking Through

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