Tom Lüneburger - Lights - Cover
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Tom Lüneburger Lights


  • Label: Silbermond Musikverlag/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die großen Gefühle gibt es so gut wie gar nicht und allein die (abermalige) Akustik-Nummer „Blood“ schafft es noch mal, Tom Lüneburger wirklich echt wirken zu lassen.

Tom Lüneburger ist zurück und es ist, als wär es gestern gewesen, als das letzte Album „Good Intentions“ herauskam. Tatsächlich sind beinahe zwei Jahre vergangen und so bleibt die Hoffnung, dass es diesmal nicht nur bei guten Vorsätzen im neuen Jahr bleibt. Während der Vorgänger zu brav und kurz(weilig) war, soll „Lights“ alles besser machen. So sollte man zumindest meinen. Quantitativ wird diese Annahme durch zehn Minuten Spieldauer mehr im Vergleich zum Vorgänger gefüttert. Über die Qualität sagt das aber natürlich noch nichts aus.

Bis auf eine beherzte Country-Gitarre lässt zunächst aber nichts Neues in Lüneburgs-Musikwelt ausmachen. Die Arrangements sind schlicht und poppig, gefühlvoll, aber nicht wirklich intim. Und diese Slide-Gitarre in „Let It Go“ und „Old Days“ ist nicht wirklich Welt verändernd. Stärker als der Country-Pop-Light sind die akustischen Begebenheiten auf „Lights“. Paradebeispiel dafür ist „Don't Lose Heart“, das schlichtweg ein richtig süßer Popsong ist. Die Melodie bezaubert und der Gesang findet den richtigen Zugang. Endlich mal ein Tom Lüneburger, der nicht gleich aus dem Ohr heraus spaziert.

Ehrliche Momente wie die in „Don't Lose Heart“ sind aber wieder selten und so muss man mit schönen, jedoch gekünstelt wirkenden Pop-Nummern für das Radio vorlieb nehmen (u.a. „We Are One“ und „Feather“). Wirklich interessant oder anders wird es nur selten und so klingt das Gros des Albums erneut aufgesetzt. Zusammen mit Stefanie Kloß schafft Lüneburger es zumindest seine erste Stadion-Hymne zu schreiben. Diese ist nichts Besonderes, funktioniert aber einwandfrei. Immerhin.

Die großen Gefühle gibt es so gut wie gar nicht und allein die (abermalige) Akustik-Nummer „Blood“ schafft es noch mal, Tom Lüneburger wirklich echt wirken zu lassen. Ansonsten tut sich der Pop-Musiker schwer von seinen einfachen Strukturen wegzukommen. Der Tiefpunkt ist „In The End“, das beweist, dass die Country-Einschläge absolut nicht in das Konzept Lüneburgers passen. Gleichzeitig könnte man behaupten, dass sich ein echtes Konzept gar nicht ausmachen lässt, doch das wäre zu viel der Kritik.

Anspieltipps:

  • Let It Go
  • Don't Lose Heart
  • We Are One

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