Paul Weller - Sonik Kicks - Cover
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Paul Weller Sonik Kicks


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Welch ein Fest! Kritiker spalten sich in Lover und Hater. In Abstrafer und Hochlober. Und der geneigte Konsument ist vollends verwirrt.

„Sonik Kicks“ beginnt mit einem wunderbar treibenden, elektronischen Rocksong namens „Green“, in dem die Beats wie eine Horde Wildpferde trampeln und die Gitarre Amok läuft. Hoppla! Ist hier wirklich ein 53jähriger BritPop-Veteran am Werk oder eine Horde bebrillter Vorstadt-Nerds, die es anstrebt von der britischen Revolverpresse zum „Nest big Thing“ erkoren zu werden? Nein. Zum Glück nicht. Es ist alles gut. Nur keine Panik! Paul Weller ist zurück und lässt die Pferde von der Koppel.

Schön wenn Alben gleich zu Beginn Fragen aufwerfen und vor Spannung nur so knistern. Denn wer sich vorher ausrechnen möchte, welche Musik sich auf dem Werk eines Künstlers befindet, sollte sich besser auf die Silberlinge von AC/DC oder Oasis stürzen. Weller hingen kennt keine Grenzen mehr und lässt das nicht-barrierefreie Hören auch auf „Sonik Kicks“ nicht vom Haken. Er setzt den musikalischen Parforceritt fort, den er mit „22 Dreams“ (05/2008) begann und auf „Wake Up The Nation“ (04/2010) ausbaute und wuchert auf „Sonik Kicks“ nur so mit seiner geplanten Unberechenbarkeit.

Welch ein Fest! Denn so spalten sich die Kritiker in Lover und Hater. In Abstrafer und Hochlober. Und der geneigte Konsument ist vollends verwirrt. Und Paulchen Weller? Der wollte vielleicht genau das erreichen. Und so gniedelt, rockt und bollert sich der 53-Jährige durch ein musikalisch farbenprächtiges Album (das Cover spricht Bände!) und denkt sich, was MGMT können, kann ich schon lange.

So paart Paul Weller nur wenige Standards wie die Northern-Soul-Nummer „Be happy children“ oder die launige Ballade „Devotion“ (nur auf der Deluxe Edition enthalten) mit Krautrock („Around the lake“), psychedelischen Elektro-Firlefanz („Twilight“) und fröhlichen Popsongs in den Klauen von Loops und elektronischen Streichern („The attic“). Blasen dagegen die Gitarren zur Attacke, lässt sich Weller von den Kollegen Graham Coxon (Blur) und Noel Gallagher (Oasis) an eben jenen Instrumenten unterstützen („Kling I Klang“). Daraus resultiert ein herrlich vogelwildes Album, an dem sich eventuell die Geister scheiden werden, doch für den Augenblick ist „Sonik Kicks“ ein großer Freudentrip, den sich so nur altgediente Stars erlauben dürfen.

Anspieltipps:

  • Green
  • Devotion
  • Paperchase
  • Kling I Klang
  • When your gardens overgrown

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