Christina Lux - Playground - Cover
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Christina Lux Playground


  • Label: Prudence/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album ist unverschämt ruhig und weniger entspannt, dass die Lust aktiv diese Musik zu hören, schnell vergeht.

Christina Lux ist der Prototyp der ruhigen Lagerfeuer-Sängerin. Zusammen mit Reentko hat sie mit „Playground“ ein unaufgeregtes Akustikabenteuer aufgenommen, das zu keinem Zeitpunkt überraschen oder mitreißen will. Anstatt dessen schafft die Künstlerin ein zumeist stimmiges Musikbild zum Schwelgen und Träumen. Damit wäre eigentlich auch alles gesagt. Das Fazit ist ausgesprochen, aber der Teufel steckt wie immer im Detail.

Lux, wie sich Christina auf dem Cover und als Künstlerin auch öfters kurz nennt, hat mit Reentko ihren Seelenpartner gefunden und in Sia. ein Vorbild (bevor diese mit David Guetta zusammen aufnahm). Ihr ruhiger Stil lullt den Hörer ein und nach dieser Devise funktioniert eine Vielzahl der Tracks auf „Playground“. Nicht verspielt, sondern ruhig und asketisch präsentieren sich Songs wie der Opener „Forget You“. Kein Höhepunkt, keine Steigerung. Einfach nur Ruhe, die ausgestrahlt wird. Gleiches Rezept wird in z.B. „May I Ask You“ und „Sanctuary“ wiederholt.

Damit keine Langeweile aufkommt und diese eingängigen, aber nicht monotonen Stücke Überhand gewinnen, bekommt das Album auch Lieder wie „Embrace“, die dann doch das Crescendo suchen und den Hörer mit Chorus und Inbrunst auf die eigene Seite ziehen wollen. Das ändert nichts an einer Grundstimmung, die fast schon passiv scheint, aber so verliert man sich nicht endgültig in den minimalistischen Stücken. Die Gefahr, dass das Album einfach an einem vorbeizieht, weil Höhen und Tiefen verfehlt werden, besteht so zum Glück nicht. Auch die vereinzelten verspielten Stücke (z.B. „Playgorund“) versuchen der Varietät zu helfen.

Trotzdem ist das Album so unverschämt ruhig und weniger entspannt, dass die Lust aktiv diese Musik zu hören, schnell vergeht. Die Konzentration schweift ab und trotz der nötigen Abwechslung ist nicht genug Gefühl in den Liedern, um die Hörer an die Ruhe zu binden oder mit genug Intensität zu wecken. Paradebeispiel Damien Rice oder eben auch Sia hatten immer ihre Momente, die den Hörer weckten und zurück ins Boot holten. Lux bleibt dagegen über die gesamte Spielzeit zu brav und muss auf entgegenkommende Hörer hoffen.

Anspieltipps:

  • Playground
  • Embrace
  • Forget You
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