Slash - Live: Made In Stoke 24.7.11 - Cover
Große Ansicht

Slash Live: Made In Stoke 24.7.11


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 160 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Ikone der Rockmusik, das dürfte niemandem entgangen sein, der kein Dornröschenschlaf in den 90ern abgehalten hat.

Freigegeben ab 6 Jahren besagt das hässliche und mittlerweile fest auf DVD/Blu-Ray-Covern integrierte FSK-Kennzeichen. Wieso ist aber im Gegensatz zu den anderen zu ähnlicher Zeit erschienenen Konzertaufnahmen von Rush, Peter Gabriel, Gary Moore oder Deep Purple ohne Altersbeschränkung gerade Slash „erst“ ab sechs Jahren genießbar? Die langen lockigen Haare können es nicht sein, der typische Zylinder auf dem Kopf wohl kaum, die Tattoos sind heutzutage auch nichts spektakuläres mehr, vielleicht der oberkörperfreie Auftritt zum Ende des Konzerts, der Totenkopf, der den Bühnenhintergrund ziert oder es ist doch der häufige Gebrauch des Wortes „fuck“. Wie dem auch sei, der ehemalige Guns N´ Roses-Gitarrist sieht genauso aus wie vor 20 Jahren, aber bei seiner Gesicht verdeckenden Lockenpracht und der Pilotensonnenbrille kann man selbst in HD das Alter nicht erkennen. Sah er früher so abgelebt und abgenutzt aus oder hat er sich so gut gehalten? – man weiß es nicht so genau. Körperlich gut in Form ist der einen Tag vorm Konzert 46 Jahre alt gewordene Saul Hudson allemal.

Der Titel „Made In Stoke“ spielt nicht nur auf den Entstehungsort des Konzerts an, sondern ebenso auf den von Slash selber, der in dieser Stadt seine ersten Lebensjahre verbracht hat und hier zur Schule gegangen ist, bevor er mit den Eltern nach Los Angeles gezogen ist. Er hat schon zu Zeiten der Gunners versucht dort ein Konzert zu spielen, aber erst jetzt konnte dies realisiert werden und so kehrte Slash nach gut 40 Jahren zum ersten Mal zurück nach Stoke. Sein Onkel Ian und einige Verwandtschaft waren mit von der Partie, wovon man sich bei den Interviews der Blu-Ray überzeugen kann, bei denen Slash, Myles Kennedy und eben jener Onkel aus Stoke befragt wurden. Herrlich ist, wenn der Interviewer die Liste der Leute aufzählt, die auf dem zuletzt erschienenen Soloalbum „Slash“ mitgewirkt haben und dabei an der Aussprache von Nicole Scherzinger kläglich scheitert.

Als Sänger für die Tour wurde Myles Kennedy (Alter Bridge) verpflichtet, der eigentlich eher Gitarrist als Sänger ist, aber wirklich eine ausgezeichnete Fähigkeit besitzt seine Stimme vielseitig zu nutzen. Er hat bereits auf Slash´s Soloalbum überzeugt und wurde bereits zwei Mal gefragt bei Velvet Revolver als Sänger mitzuwirken, was aber nie geklappt hat. Auf „Made In Stoke“ beweist er wie gut er Songs von anderen wiedergeben kann ohne seine eigene Identität zu leugnen, selbst die Guns-N´-Roses-Klassiker singt er sehr überzeugend. Slash hat es auch sonst endlich geschafft eine sehr gut funktionierende Band zusammenzustellen, die sich auf der Bühne wunderbar ergänzt. Auf einem Niveau agierend, unglaublich locker und voller Spielfreude rocken sie was das Zeug hält. Kein Wunder also dass Slash sein zweites Soloalbum mit dieser Truppe aufnehmen wird. Am Schlagzeug Brent Fitz, an der zweiten Gitarre Bobby Schneck, der bildtechnisch leider sehr vernachlässigt wird, da die Kamera zum Großteil natürlich den Hauptdarsteller im Fokus hat, dafür tritt Todd Kerns am Bass wenigstens einmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit und singt den Song „Doctor Alibi“.

Slash selbst ist natürlich eine Ikone der Rockmusik, das dürfte niemandem entgangen sein, der kein Dornröschenschlaf in den 90ern abgehalten hat. Ein unglaublich talentierter Gitarrist, der das Händchen für eine virtuose und trotzdem eingängige Spielweise, für einen einprägsamen Klang wie für unvergessliche Riffs hat. Schade, dass er in den Jahren nach Guns N‘ Roses mehr mit Gastauftritten als eigenen Projekten beschäftigt war, denn er hat sein Potenzial dadurch nicht wirklich voll ausgeschöpft. Dafür ist das Konzert eine Best-Of Zusammenstellung mit Songs aus allen Phasen seiner Laufbahn von Guns N‘ Roses über Slash´s Snakepit, Velvet Revolver bis zu seinem Soloalbum. Dabei stellt er sich voll und ganz in den Dienst der Band, einzig in „The Godfather Solo“ zeigt er seine technischen Fähigkeiten und tobt sich an der Gitarre aus. Sehr cool ist das zusätzliche Logo einer Frau mit Zylinder auf den Marshall-Verstärkern.

Fazit: Tolles Bild, toller Klang, ein rundum gelungenes Konzert. Selbst diejenigen, die nur die Songs von Guns N´ Roses kennen, werden garantiert viel Spaß haben mit „Made In Stoke“. Das Konzert geht so geschmeidig ins Ohr wie Butter, so dass es keinen Unterschied macht, ob jemand die Songs kennt oder nicht und das ist wahrlich beeindruckend.

Anspieltipps:

  • Civil War
  • Starlight
  • Sweet Child O‘ Mine
  • Slither

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
5.5/10

Power Up
  • 2020    
Diskutiere über „Slash“
comments powered by Disqus