Duran Duran - Decade - Cover
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Duran Duran Decade


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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Auf „Decade“ sind die größten Hits aus den ersten neun Bandjahren enthalten.

Duran Duran zählten zu den erfolgreichsten Vertretern der New Romantics, die in den frühen bis mittleren achtziger Jahren die internationalen Pop-Charts dominierten. Die New Romantic war eine ca. zwischen 1980 und 1984 bestehende Musik- und Modewelle aus England, zu der Bands wie Culture Club, Spandau Ballet oder Adam and the Ants zählten. Ihre Vertreter zeichneten sich durch ihre auffällige Kleidung, das dick aufgetragene Make-up und die charts-kompatible Popmusik aus, die sich an aktuellen Trends orientierte und in erster Linie den Geschmack der jungen Hörer traf. An vorderster Front dieser Bewegung standen Duran Duran, die mit der Hit-Zusammenstellung „Decade“ die 1980er-Jahren beendeten, ein für sie höchst erfolgreiches Jahrzehnt.

Auf „Decade“ sind ihre größten Hits aus den ersten neun Bandjahren enthalten. Den Anfang macht die Debütsingle „Planet Earth“ vom ersten Album „Duran Duran“ (1981), die im Fahrwasser der damals ebenfalls frisch entstandenen Synthie-Pop-Bewegung daherkommt und in all ihrer elektronischen Grundstimmung sehr an Ultravox und OMD erinnert. Mit dieser ersten Single erreichte die Band um den charismatischen Frontman Simon LeBon einen respektablen Platz 12 in den britischen Hitparaden. Der Auftakt für eine Weltkarriere: Schon mit den zweiten Album „Rio“ (1982) gelang ihnen dank lupenreiner Popsongs wie „Rio“ oder „Hungry like the wolf“ der Durchbruch auch in den Vereinigten Staaten. In dieser Phase entfernte sich die Band von den elektronischen Klängen und Spielereien ihres Debütalbums und wandten sich fortan dem warmen, nostalgisch-romantischen Popsound der britischen New Romantics zu, deren berühmtesten Vertreter Duran Duran nun werden sollten.

Die Jahre 1984 und 1985 entwickelten sich zu den erfolgreichsten in der Band-Historie. In diese Zeit fallen ihre größten Single-Erfolge, wie etwa der tanzbare Disco-Knüller „The Reflex“, der an David Bowies „Let’s dance“ angelehnte New-Wave-Song „Union of the snake“ und der Edel-Pop von „A view to a kill“. Dieser Song war der Titeltrack des James Bond-Films „Im Angesicht des Todes“ mit Roger Moore in der Hauptrolle. Mit dem aggressiven Monsterhit „The Wild Boys“ machten sich Duran Duran unsterblich und schufen gleichzeitig einen der prägendsten Songs der 1980er-Jahre, der mit seinem von Russel Mulcahy („Highlander“) inszenierten Video neue Maßstäbe setzte. Unverständlich bleibt jedoch, wieso die Single „New Moon on Monday“ vom dritten Studioalbum „Seven and the ragged Tiger“ nicht auf „Decade“ vertreten ist.

Abgesehen von dieser Ausnahme, versammelt „Decade“ dann aber auch alle restlichen, in den Jahren 1986 bis 1988 entstandenen, relevanten Singles, die qualitativ jedoch schon deutlich abfallen. Boten „Notorious“ und „Skin Trade“ noch nette Popradio-Ware von der Stange aber mit Ohrwurm-Refrains, enttäuschten „I don’t want your love“ und „All she wants is“ vom schwachen Album „Big Thing“, das in der popmusikalischen Bedeutungslosigkeit versank. Der Band ging Ende des Jahrzehnts die Puste aus, ihre Songs spielten in den Charts, Clubs und Ohren der Fans keine große Rolle mehr und konnten die hohen Standards der früheren Aufnahmen nicht mehr halten. Duran Duran konnten sich erst 1993 mit ihrem „Wedding Album“ und dem Schmachtfetzen „Ordinary World“ rehabilitieren, mit dem sie in die Erfolgsspur zurückfanden.

„Decade“ enthält einen Großteil der Songs, die man von Duran Duran im heimischen Plattenschrank stehen haben sollte.

Anspieltipps:

  • Save a prayer
  • Rio
  • The Wild Boys

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