Myrath - Tales Of The Sands - Cover
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Myrath Tales Of The Sands


  • Label: XIII Bis/SOULFOOD
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Orphaned Land etwas Neues veröffentlichen (Ende Oktober ist das erste DVD-Paket „The Road To Or Shalem erschienen), sind Myrath nicht weit entfernt. Die Tunesier, die mit „Desert Call“ (01/2010) letztes Jahr die kurzweilige Variante zu „The Never Ending Way Of ORwarriOR“ (01/2010) vorlegten, ließen es sich auch dieses Mal nicht nehmen und veröffentlichen ihr drittes, internationales Album „Tales Of The Sands“ an exakt demselben Tag wie das israelische Kollektiv sein Live-Package. Von der Grundidee her keinesfalls schlecht (beide Gruppierungen vermischen progressiven Metal mit orientalischen Instrumenten und Melodien), trennen Myrath und Orphaned Land jedoch Welten, wenn es um die Ausführung der kreativen Ideen geht.

Schon ein Blick auf den Veröffentlichungsrhythmus beider Bands offenbart: Myrath nehmen sich nicht einmal ansatzweise acht Jahre Zeit für einen Longplayer, Orphaned Land hingegen schon. Das wirkt sich letzten Endes auf die Halbwertszeit der jeweiligen Platten aus, denn „Desert Call“ hat sich nach ein paar Monaten im Abspielgerät endgültig verabschiedet, „The Never Ending Way Of ORwarriOR“ ist allerdings ein immer wieder gern gesehener Gast. Mit „Tales Of The Sands“ verhält es sich ähnlich. Orientalische Melodien, die ihre Authentizität durch die Verwendung von Darbuka (türkische Trommel), Mezwed (tunesische Sackpfeife) oder Daf (persische Rahmentrommel) erhalten, sind ein grandioser Gegenpol zu den technischen Gustostückerln gleichgesinnter Prog-Bands, die Strukturen, in denen sie eingebettet sind, können damit jedoch nie mithalten.

Kompositionen wie „Wide shut“, „Beyond the stars“ oder der Titeltrack können zwar ohne mit der Wimper zu zucken als erste Anlaufstelle für exotischen Metal genannt werden, bei einer Laufzeit von 45 Minuten und 10 Tracks stellt sich allerdings die Frage, ob es sich bei Myrath wirklich noch um eine progressive Band handelt oder ob die Tunesier nicht eher eine Heavy Metal Band mit stark orientalischem Einfluss und progressiven Tendenzen sind. Wie dem auch sei, „Tales Of The Sands“ unterhält wie schon „Desert Call“ bzw. „Hope“ (09/2007) davor, ein Anwärter auf den Titel „Album des Jahres“ oder ein ständiger Begleiter in allen Lebenslagen ist der Longplayer aber keineswegs.

Anspieltipps:

  • Wide Shut
  • Beyond The Stars
  • Tales Of The Sands

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