Daft Punk - Interstella 5555: The 5tory Of The 5ecret 5tar 5ystem - Cover
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Daft Punk Interstella 5555: The 5tory Of The 5ecret 5tar 5ystem


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 77 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Interstella 5555“ ist ein eigenwilliges, animiertes Kuriosum, das selbst fast 10 Jahre später noch immer erstaunlich gut funktioniert.

Bevor das französische House-Duo Daft Punk (Thomas Bangalter, Guy-Manuel de Homem-Christo) die Hintergrundbeschallung für die Fortsetzung des Science Fiction-Klassikers „Tron“ namens „Tron: Legacy“ (12/2010) anfertigen durfte, hatte die legendäre Formation mit „Interstella 5555“ 2003 das genaue Gegenteil geschaffen und zu der Musik ihres zweiten Studioalbums „Discovery“ (03/2001) ein Musical beim japanischen Animationsstudio Toei Animation unter der künstlerischen Aufsicht von Leiji Matsumoto („Space Battleship Yamato“, „Space Pirate Captain Harlock“) in Auftrag gegeben.

„It was during the early sessions for our second album that we came up with the notion of an animated musical, mixing science-fiction with the decadent world of show-business, limousines with spaceships.“ erklären Daft Punk und im Endeffekt bekam der geneigte Zuseher auch genau das: Vier Musiker eines namenlosen Planeten (Octave, Arpegius, Baryl und Stella) werden während eines Konzerts auf Geheiß des gierigen Earl de Darkwood gekidnappt, ihrer blauen Hautfarbe entledigt und unter dem Namen „Crescendolls“ zu einem für die Menschen unentbehrlichen, popmusikalischen Phänomen aufgeblasen. Ein Fan der Gruppe mit Namen Shep erträgt diesen Schwindel allerdings nicht und setzt alles daran um sie wieder wohlbehalten auf ihrem Planeten zurückzubringen.

So simpel die Story klingen mag, so faszinierend ist der Bilderrausch, der im Zusammenspiel mit den grandiosen Kompositionen Daft Punks, die neben House noch Disco-, Pop-, R&B- und Funk-Elemente in sich bergen, vergessen lässt, dass es weder ein gesprochenes Wort, noch wirklich viele Soundeffekte zu hören gibt und das Geschehen auf dem Bildschirm nicht immer zu 100% mit der durch die einzelnen Stücke vermittelten Emotionen übereinstimmt. „Interstella 5555“ ist in diesem Sinne ein eigenwilliges, animiertes Kuriosum, das selbst fast 10 Jahre später noch immer erstaunlich gut funktioniert.

Wieso die nun erschienene Blu Ray-Veröffentlichung dieses einzigartigen Musicals trotzdem nicht mehr als 5 Punkte verdient, ist schnell geklärt, denn im Vergleich zum DVD-Release von vor acht Jahren hat sich so gut wie nichts geändert. Das Bild ist nicht, wie man es erwarten könnte, durchgehend scharf und erinnert an ähnliche, bereits in HD veröffentlichte Animes, sondern leidet unter einem unruhigen Bildverlauf, gelegentlicher Unschärfe und dem eigentlich bereits ausgestorbenem 4:3-Format. Der Ton, der wahlweise in 2.0 oder 5.1 DTS-HD Master-Abmischung vorliegt, gibt sich zwar keine Blöße, bei einem zu 98% auf Musik basierendem Klangbild ist dies aber auch keine allzu große Kunst.

Die Extras wurden abgesehen von einem Bild-im-Bild-Bonus, der Storyboard-Entwürfe und Skizzen während des Hauptfilms abspielt, von der DVD übernommen und beinhalten nach wie vor die mehr oder weniger überflüssigen Karaokeversionen zu „One more time“, „Harder, better, faster, stronger“ und „Face to face“, sowie gesonderte Inhalte zu den Hauptcharakteren, den Trailer und eine Biographie zu Leiji Matsumoto und Daft Punk. Besitzern der DVD-Veröffentlichung sei daher strikt vom Kauf dieser Fassung abzuraten, Neukäufer sollten lediglich entscheiden, ob sie den Film lieber in einer Blu Ray- oder in einer DVD-Hülle haben wollen.

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