Livingston - Fire To Fire - Cover
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Livingston Fire To Fire


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums war von Livingston eine Weile nichts zu hören, doch nach einer kreativen Schaffenspause ist die Multikulti-Rockband jetzt wieder zurück.

Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Sign Language“ war von Livingston eine Weile nichts zu hören, doch nach einer kreativen Schaffenspause ist die Multikulti-Rockband jetzt wieder zurück und bringt mit „Fire To Fire“ ein weiteres Pop-Rock-Album auf den Markt.

Der Grundstein für Livingston wurde Anfang der 2000er, irgendwo zwischen Südafrika und England gelegt. Dort trafen sich Gitarrist Chris van Niekerk und Sänger Beukes Willemse erstmals und verstanden sich so gut, dass sie anfingen gemeinsam Musik zu machen. Nach und nach fanden sich die Bandmitglieder aus allen Teilen der Welt zusammen, um gemeinsam an ihrer Musikkarriere zu feilen: Bassist Phil Magee aus England, der Gitarrist, Jakob Nebel, stammt aus Deutschland, Schlagzeuger Paolo Serafini ist Italiener, der Sänger Beukes Willemse und Keyboarder Chris van Niekerk kommen aus Südafrika.

Sign Language“ veröffentlichte die Band im Jahr 2009, nachdem sie zuvor als Support-Act für Bands wie Revolverheld oder Ich+Ich unterwegs waren. Kommerziell erreichten Livingston nach Veröffentlichung ihres Debüts sehr schnell einen grünen Zweig: Die Single „Go“ wurde der ZDF-Song zu den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver und stieg in die deutschen Single-Charts ein. Was darauf folgte, waren jedoch Gastauftritte in einer deutschen Soap und Telenovela, was nicht unbedingt für eine erfolgreiche Musikkarriere spricht

Der Bandname „Livingston“ ist angelehnt an den Roman „Jonathan Livingston Seagull (dt: Die Möwe Jonathan) von Richard Bach. Das Buch handelt davon, sich nicht anzupassen, den eigenen Traum zu leben und sein eigenes Leben nicht nach den Vorgaben Anderer zu leben. Livingston wollen also einzigartig sein und aus der Masse hervorstechen. „Fire To Fire“ soll ein weiterer Schritt auf diesem Weg sein: "Ich denke auch, dass wir reifer geworden sind", erzählt Gitarrist Jakob Nebel, „Man hört dem Debüt schon an, dass dies unser Anfang war, eine Art Tagebuch der Jahre, die wir von der Gründung bis zum Debüt miteinander erlebt haben. Da ist vieles zusammen gemischt worden, wohingegen 'Fire To Fire' eine Platte wie aus einem Guss ist, weil wir sie ja auch so geschrieben haben. Natürlich spürt man auch, dass da jetzt noch ein paar Jahre mehr Erfahrung in der Band stecken, zumal wir in dieser Zeit ja auch extrem viele prägende Erfahrungen gemacht haben."

Wie auch immer man es dreht und wendet: Livingston machen Radio-Musik. Die Single „Supernova“ klingt nett, sticht jedoch aus dem Mainstream-Brei kaum hervor. Eine Ausnahme bildet das afrikanisch angehauchte Intro von „Somebody“. Schade, dass es von derartigen Ausbrüchen nicht mehr Experimente auf „Fire to Fire“ zu hören gibt. Die angekündigten „Gefühlsausbrüche“ in „Quiet Not Crazy“ oder „Beautiful“ klingen belanglos und auch antreibende Ausnahmen wie „Drop The Halo“, klingen eher langatmig als mitreißend. Was beim Hören von „Fire To Fire“ immer wieder auffällt, ist, dass Livingston scheinbar noch immer verzweifelt nach einem eigenen Stil suchen. Der gitarrenlastige Sound der Band klampft irgendwo zwischen Placebo, Muse und auf ihrem zweiten Album auch vermehrt Kings Of Leon. Vielleicht ist es auch der multikulturelle Einfluss der Band, der Fluch und Segen zugleich für den musikalischen Stil von Livingston darstellt.

Zusammengefasst ist „Fire To Fire“ ein uninteressantes Pop-Rock-Werk, was nach einigen Stippvisiten im Radio auch bald wieder von der Bildfläche verschwinden wird.

Anspieltipps:

  • Supernova
  • Perfect Dream
  • Fire To Fire

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