Phil Vetter - Karate - Cover
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Phil Vetter Karate


  • Label: Redwine Tunes/Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Phil Vetter erstmals einem Produzenten vertraut hat, ist der Wandel in seiner Musik noch prägnanter geworden.

Der Münchner Musiker Phil Vetter wird gerne in die Singer/Songwriter-Schublade gesteckt, weil er auf seinen Alben vom Songwriting bis hin zur Instrumentierung fast alles im Alleingang erledigt und dabei so herrlich melancholische Werke wie „Sad Man Walking“ (03/2008) oder auch „Say Goodbye To The Moment“ (11/2006) kreiert. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, wie es sich auf dem „I Pretend My Room´s A Sailing Boat“-Album aus dem Jahr 2009 bereits andeutete und nun auf „Karate“ konsequent fortgesetzt wird. Denn Phil Vetter sucht mehr denn je die musikalische Abwechslung und mischt dazu Stimmungen, Stilarten und Sprachen bunt zusammen und bringt dennoch – oder gerade deshalb – ein harmonisches und farbenfrohes Pop-Album zustande, das nicht – wie man es eventuell befürchten konnte – zerfahren oder nur wenig authentisch klingt.

Egal ob akustisch („Jive“), elektronisch („I run“), raffiniert arrangiert („Yesterday“) oder in Form eines Power-Popsongs („Waiting for the end“), gesungen auf Englisch oder Deutsch, „Karate“ funktioniert auch ohne großen musikalischen roten Faden bestens. Vetter kombiniert Reggae- und Dub-Elemente („Everest“, „Karate“), lässt im Duett mit Sara Lugo einen hypnotischen Elektro-Blues von der Leine („Don’t work no more“) und präsentiert fast schon klassisches Liedermacherhandwerk („Geschafft“, „Ausschneiden“), wobei Phil Vetter immer dann, wenn er in seiner Muttersprache singt, an Sven Regener von Element Of Crime erinnert.

Nachdem Phil Vetter auf „Karate“ mit Perez Mazon erstmals einem Produzenten vertraut hat, ist der Wandel in seiner Musik noch prägnanter geworden. Er stellt sich künstlerisch breiter auf und passt damit nicht mehr in die reine Singer/Songwriter-Ecke. Das macht ihn und seine Musik interessanter. Denn wie soll das Publikum einen Künstler sonst noch in dem allwöchentlichen Veröffentlichungswust wahrnehmen, wenn er nicht irgendetwas anders macht, als die breite Masse des Durchschnitts?

Anspieltipps:

  • Nr. 5 lebt
  • Yesterday
  • Geschafft
  • Don’t work no more

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