Trackshittaz - Traktorgängstapartyrap - Cover
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Trackshittaz Traktorgängstapartyrap


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 55 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es reichen nur drei Information, dass es diese Zwei-Mann-HipHop-Combo aus Österreich nicht ganz so ernst sieht mit der Authentizität: 1.) der selten dämliche Bandname Trackshittaz, 2.) die nicht minder bescheuerten Albumtitel nebst ihrer Covergestaltung („Oidaah Pumpn Muas´s“, „Prolettn Feian Längaah“ und – neu – „Traktorgängstapartyrap“) sowie 3.) die Tatsache, dass die Herren Lukas Plöchl (aka G-Neila) und Manuel Hoffelner (aka Manix) im breitesten Ösi-Dialekt rappen. Wer als Rap-Fan auch nur ansatzweise etwas mit dem Begriff Old School anfangen kann, bekommt ob dieser Killer-Kombination aus Sound und Optik das kalte Grausen und muss unweigerlich an die Malle-Besucherbelustigung im Stil „Der Atzen“ (Frauenarzt & Manny Marc) denken.

Doch auch die Atzen haben ihre Fans und verkaufen mehr Platten als sich so mancher „seriöser“ Künstler wünschen würde. Es scheint fast so, als wäre Party-Proll-Rap im Laufe der Jahre hoffähig geworden, denn wie die Berliner Atzen in Deutschland, haben die Mühlenviertler Trackshittaz die heimische Hitparade fest im Griff. Und so erscheint mit „Traktorgängstapartyrap“ bereits der dritte Longplayer des Duos in nicht einmal einem Jahr, das darauf wie gewohnt stampfende Kirmes-Disco- („Grüllarei“) und Volksmusikelemente („Oida taunz!“) mit Scooter-Techno („Feriieeeen“) und (zumindest für Österreicher) heilige Melodien von Reinhard Fendrich („Wie bei Nacht“) mischt.

Das pumpt natürlich gewaltig und ist garantiert zu 100% festzelttauglich. Dass dabei diverse musikalische wie textliche Klischees des Gangsta-Rap aufs Korn genommen werden („Laudaah“, „Killalady“), ist ausdrücklich positiv zu sehen. Aber dann ist es auch schon vorbei mit der Herrlichkeit. Denn um die Musik der Trackshittaz aufrichtig gut finden zu können, benötigt es regelmäßig eine stattliche Promillezahl. Dann funktioniert der bewusst debil angelegte Party-Electro-Rap der Österreicher in der Tat. Gewonnen!

Stellt sich nur die Frage, wem zugemutet werden soll, sich vor jedem Hörgenuss eines Trackshittaz-Albums mit Alkohol zuschütten zu müssen? Schönsaufen als Rezept? So geht das nicht! In den paranoiden USA würde „Traktorgängstapartyrap“ deshalb sicher zu Ehren eines fetten „Parental Advisory“-Stickers kommen. Ganz nach dem Motto: Eltern, achtet auf eure Kinder! Nicht nur im Straßenverkehr.

Anspieltipps:

  • Killalady
  • Laudaah
  • Grüllarei

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