Emin - Wonder - Cover
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Emin Wonder


  • Label: Saffron Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Emin gibt sich alle Mühe, nicht der übliche Mittelmaßmusiker zu sein, der zwölf Singles aneinander klatscht.

Erinnert sich hier irgendjemand noch an Tarkan? Ein Enrique Iglesias aus der Türkei, der mit seinen blauen Augen und orientalischen Pop-Arrangements die Damenwelt verzauberte. Da Tarkan sich so gut gemacht hat, kommt jetzt Emin! Dieser junge Mann nennt zwar Aserbaidschan seine Heimat und nicht die Türkei und auch ist seine Musik international angeglichen wie bei Herrn Iglesias, aber den Exoten Bonus gibt es trotzdem. Alle Empfänger sind also schon mal prophylaktisch auf One-Hit-Wonder und Take That-Ausschuss eingestellt. Zu recht?

Emin gibt sich alle Mühe, nicht der übliche Mittelmaßmusiker zu sein, der zwölf Singles aneinander klatscht. Tatsächlich gab es im Frühjahr letzten Jahres viele Stimmen, die dem Musiker bescheinigten, ein Album ohne Zwang geschaffen zu haben. Neun Monate später und nach viel Überlegung muss man solche Aussagen korrigieren. „Wonder“, das fünfte Album Emins, ist ein Schwarz-Weiß-Album. Soll heißen: Die Natur der Stücke trennt sich in liebliche Ballade und Dance-Pop, wobei die Lyrics der Dance-Pop-Stücke wie liebliche Balladen klingen. Spätestens jetzt sollte die Iglesias-Anleihe verstanden sein.

Wenn man sagt, dass „Wonder“ kein pures Single-Album ist, dann liegt das daran, dass die Lieder nicht stark genug sind. „Obvious“ eröffnet das Album noch solide. Der Track bleibt im Kopf, hat eine gute Melodie und lässt sich schnell merken. Leider merkt man schnell, dass die meisten Stücke der Balladen-Sparte „Obvious“ zu kopieren versuchen. Die Ideen schwinden, was sich nicht nur an aneinandergereihten Titeln der Marke „All I Need Tonight“ und „Just For Tonight“ zeigt. Böse Zungen könnten gar behaupten, dass es sich zwei Mal um denselben Song handelt. Dance und Pop direkt im Vergleich!

Während die organischen Balladen, mal schneller mal langsamer, schnell in Eintönigkeit enden, gibt es bei den Dance-Nummern gar nicht erst etwas zu entdecken. Die Emotionen in den Texten gehen an der Elektronik verloren und so schlittert Emin gleich in den nächsten Kardinalfehler guter Musik. Nicht aber in Sachen erfolgreicher Musik, denn hier unterscheiden sich die Dance-Songs genug, um bei aufgedrehtem Bass zumindest hüpfende Teenager zufrieden zu stellen. Die ein oder andere „cool mom“, wie es die BBC in ihrem Review schreibt, wird ähnlich mitwippen, wie bei Rihannas neuer Nummer. Geht ins Ohr und gleich wieder raus. Ob Emin wirklich so wiederverwertbar mit seinem fünften Album werden wollte, ist fraglich. Aber was tut man nicht alles für den Erfolg.

Anspieltipps:

  • Obvious
  • Wonder
  • Falling

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