Sido - Blutzbrüdaz: Die Mukke Zum Film (Deluxe Edition) - Cover
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Sido Blutzbrüdaz: Die Mukke Zum Film (Deluxe Edition)


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 77 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Soundtrack zu „Blutzbrüdaz“ ist unverkrampft und mit vielen coolen Old-School-Vibes ausgestattet.

Als Bushido (33) – Deutschlands einziger Platinrapper –, im Februar 2010 mit seinem biographischen Film „Zeiten Ändern Dich“ in die Kinos kam, hofften viele Fans auf ein weiteres Biopic im Stile von „Get Rich Or Die Tryin´“ (50 Cent) oder „8 Mile“ (Eminem). Doch Pustekuchen. Die hochkarätig besetzte Bernd-Eichinger-Produktion unter der Regie von Uli Edel (u.a. mit Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Mina Tander, Katja Flint und Uwe Ochsenknecht) scheiterte sowohl an der Kinokasse wie auch an der öffentlichen Meinung.

Dass sich Bushidos Kollege Sido etwas mehr als 18 Monate später ebenfalls an einem biographisch angehauchten Film an den Kinokassen versuchen würde, scheint deshalb eine kleine Sensation zu sein. Denn im Prinzip kann sich der Rapper auf genrefremden Terrain nur die Finger verbrennen, zumal der von Oliver Berben und Fatih Akin („Soul Kitchen“, „New York, I Love You“) produzierte Film auf jede Menge Laiendarsteller wie die Rap-Kollegen Alpa Gun, B-Tight und Tony D. zurückgreift.

Doch bereits nach den ersten Pressevorführungen zu dem am 29. Dezember 2011 gestarteten, etwas doof betitelten „Blutzbrüdaz“ überraschten durch die Bank positive Pressekritiken die Öffentlichkeit. Die Handlung spielt in jenem Milieu, in dem die Gang um Sido vor mehr als zehn Jahren mit Rapmusik in Verbindung kam, also in den, wenn man so will, Ghettos von Berlin, aus denen sich die jungen Burschen aufmachen wollten, um als Rapper die Welt zu erobern. 16 Drehbuchentwürfe hat es gebraucht, bis allen Beteiligten klar war, in welche Richtung der Film gehen sollte. Und so ist „Blutzbrüdaz“ am Ende weder eine Film-Biographie noch ein waschechter Musikfilm. Und darin liegt unterm Strich auch das Geheimnis des Erfolgs.

Mit dem locker-leichten ironischen Humor, den der Hörer von Sidos Alben kennt, wird auch „Blutzbrüdaz“ erzählt. Sido und B-Tight, die sich in dem Film nicht selbst spielen, agieren überraschend sattelfest und machen „Blutzbrüdaz“ zu einer feinen Komödie, bei der das Thema Freundschaft an erster Stelle steht.

Entsprechen unverkrampft und mit vielen coolen Old-School-Vibes ausgestattet ist auch der Soundtrack zu „Blutzbrüdaz“, der vier Wochen nach dem Original-Release noch einmal als Deluxe Edition mit dem Filmscore als Bonus herausgebracht wird. Darauf geben sich neben Sido und B-Tight auch Haftbefehl, Tony D., Laas Unltd, Alpa Gun, Doreen, Favorite, Damian Davis, Erick Sermon und MoTrip die Ehre und sorgen gemeinsam für ein herrlich fluffiges Rap-Album, das musikalisch wie textlich zurück zu den Wurzeln von Sido führt.

Dass Sido dabei ein wenig die Identifikation mit den Texten auf „Blutzbrüdaz“ fehlt, ist demnach kein Wunder. Doch es handelt sich ja um kein reguläres Album, sondern um einen Soundtrack, der möglichst authentisch sein soll und trotzdem den Gesetzen des Marktes gehorchen muss. Deshalb ergibt sich mit dem Sample aus „Wir müssen hier raus“ von Ton, Steine, Scherben (Rio Reiser) im Song „Geboren um frei zu sein“ das obligatorische Crossover-Duett, das alle große Deutsch-Rap-Produktionen seit einiger Zeit aufzubieten haben müssen. Doch sei’s drum. Sido, B-Tight und Co. legen mit dem „Blutzbrüdaz“-Soundtrack eine Sammlung von 17 überdurchschnittlich guten Tracks sowie eine nicht zwingend notwendig Score-Bonus-CD vor, die dem ungelenken „Zeiten Ändern Dich“-Gesamtpaket aus Musik und Film mühelos den Rang ablaufen.

Anspieltipps:

  • Jasmin
  • Mund auf
  • Make room
  • Arbeitsamt
  • Geboren um frei zu sein
  • My bottle is a holy pool
  • Immer tiefer in den Dreck

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