The Beauty Of Gemina - Iscariot Blues - Cover
Große Ansicht

The Beauty Of Gemina Iscariot Blues


  • Label: Danse Macabre/ALIVE
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der wahre Grund, um sich „Iscariot Blues“ auf den eigenen Player zu holen, sind die ruhigen, atmosphärischen Momente des Albums.

Der Schweizer Michael Sele setzt weiter auf Massenproduktion. Mit seiner seit 2006 bestehenden Formation wirft er zu Beginn des sechsten Jahres bereits das vierte Album ab. Zusammen mit Mac Vinzens (Schlagzeug) und David Fetsch (Bass) sollen wieder Club-taugliche Beats und düstere Rocksongs geschaffen werden. Zwar lässt die Erfolgskurve der zweiten Gruppe des ehemaligen Wave-Musikers Sele keine Quantensprünge erhoffen, aber der Wille für Neues ist zumindest noch da.

Von Beginn versucht der Schweizer Dreier auch gar nicht, die großen Tanznummern oder Singles auszupacken. Anstatt dessen wird ein langsames, dicht gestopftes Melodiebett vorgezogen, zu welchem Michael Sele langsam mit seiner tiefen Stimme singen kann. Die verzerrten Gitarren vermischen sich mit den Drums und dem Bass und hier und da stechen Synthesizer klar hervor. Kunstvoll eingestreut, aber nicht so übersichtlich, als das man von einer einfachen Schablone sprechen könnte. Aber auch die ein oder andere schnelle Rocknummer mogelt sich hinein. In Form von „Haddan Hall“ bekommt man Uptempo-Rock, der ebenfalls allen alten Wave-Fans gefallen sollte, ohne dass Neulinge wegen einer altbackenen Art aufstoßen müssen.

Auch auf dem vierten Album gelingt es den Eidgenossen ihren veralteten Stil in die Neuzeit zu katapultieren, ohne dass es zu Peinlichkeiten kommt. Zumindest beinahe, wäre da nicht „Prophecy“, das mit einer zu langen Spieldauer auf immer denselben Synthie-Spielereien herumreitet und so in 90er-Jahre-Disco-Feeling langsam verendet. Dass die Band das auch besser kann, beweist sie mit dem fast schon verspielten und fröhlich klingenden „Seven-Day Wonder“, das allein durch den konträren Gesang irritiert.

Der wahre Grund, um sich „Iscariot Blues“ auf den eigenen Player zu holen, sind jedoch die ruhigen, atmosphärischen Momente des Albums. Songs wie „Stairs“ und „Dark Revolution“ geben die Soundteppiche vor, die hier und da durch Songs à la „Golden Age“ beschleunigt werden. Die kleinen Aussetzer vergibt man gerne für ein nahezu durchgängig angenehmes Klangerlebnis, welches einen zurückversetzt in die Ausläufer der 90er ohne in dieser Dekade festzustecken. Garantiert kein Hit fürs neue Jahr, jedoch ein solider Beginn für alle, insbesondere Goths, Wave-Freunde und Dark-Synthie-Rocker.

Anspieltipps:

  • Haddon Hall
  • Voices Of Winter
  • Seven-Day Wonder

Neue Kritiken im Genre „Gothic-Rock“
5/10

MTV Unplugged: Unter Dampf - Ohne Strom
  • 2015    
Diskutiere über „The Beauty Of Gemina“
comments powered by Disqus