Monica Richards - Naiades - Cover
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Monica Richards Naiades


  • Label: Danse Macabre/ALIVE
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht vom Genre abschrecken und/oder verführen lassen! Monica Richards, manchen auch bekannt unter dem Namen Infra Warrior, bringt mit „Naiades“ eine ihr entsprechend okkulte und ätherische Reise in die Welt der Rockmusik mit. Die oft in exzentrische Kleidung gehüllte Frau hat sich mit ihrem Debüt „Infra Warrior“ 2007 zu einem Stück der Goth-Subkultur gemacht. Mit Naiades folgt ein weniger elektronischer und weitaus mystischer Nachfolger, der an Bands wie Eluveitie aus der Schweiz erinnert.

So trifft es sich, dass „Naiades“ ein knapp dreiminütiges Hintergrund Geräusch ist. Rufe aus der Ferne und ein dichter Klangnebel, der weder Stille noch Ton ist. Und gerade, bevor man sich in diesem nichts sagenden Opening verliert, legt Richards mit einer der wenigen schnellen Rocknummern „Pride“ los. Hier kommt der Darkwave des letzten Albums hervor, wenngleich auf Synthesizer weitestgehend verzichtet wird. Die tanzbaren Rhythmen erinnern an frühes Drum&Base. Zusammen mit „Tail Of Two“ ist dies der einzige Ausflug in wirklich rockige Abteilungen der Gothic-Musik.

Ansonsten versucht sich Monica Richards unglücklich am Rock, da ihre Rockballaden und langsamen Stücke allesamt wie aus einem fernen Jahrzehnt klingen. An und für sich nichts Schlechtes, aber die Lieder reizen den Hörer kaum. Der einfache Beat nimmt den Hörer nicht mit und Richards singt nicht einnehmend genug, um die Lieder zu etwas Besonderem zu machen. Nur selten reißen diese Stücke den Hörer auf emotionaler Ebene mit und nur dort wirken diese langsamen Rockstücke. „We Go On“ liefert in diesem Fall das einzig durchgehend gute Beispiel.

Abgesehen von den knackigen Rockern und dem mäßigen Rest mischen sich in die Mitte des Albums noch jene Lieder, die den Vergleich mit Eluveitie und das Wort okkult rechtfertigen. Mit „Scylla & Charybdis“ beginnt der Reigen und bietet eine wirklich nette Akustiknummer, wogegen das siebenminütige „The Mighty“ mit seinen Spoken Words die Spreu vom Weizen trennt. Ob man die Mischung aus Spoken Words, World Drums und Wave gut findet, kann man aber nur für sich selbst entscheiden. Zu groß ist dieser Song ausgefallen, um ihn einfach gut oder schlecht zu finden.

Was das gesamte Album angeht kann man ebenfalls weder von einer Enttäuschung, noch von einer Überraschung sprechen. Dass Richards die Elektronik so weit in den Hintergrund stellt verwundert nur teilweise. Die Frau mit den interessanten Kleidern hatte schon immer etwas mystisch Okkultes an sich, dass sich mehr mit Akustik und somit Naturgeistern verstand. So ist das neue Album „Naiades“ wahrscheinlich der richtige Schritt und allein die Sicherheitslieder in Form der Evanescence-Lückenfüller-Rocker macht dem Album noch zu schaffen. Das nächste Mal noch mehr in Richtung „Evocation I – The Arcane Dominion“ von Eluveitie und die Formkurve dürfte nicht nur nach oben schießen, sondern auch noch interessanter aussehen.

Anspieltipps:

  • Scylla & Charybdis
  • Pride
  • We Go On

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