Sonofold - The Wolf Album - Cover
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Sonofold The Wolf Album


  • Label: Little Teddy/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer auf einem Cover Wölfe sieht, die den Mond anheulen, der denkt an Vieles. Besonders die Hard- und Classic-Rock- Ecke fühlt sich bei solchen Kunstwerken angesprochen. Doch weit gefehlt, wer bei Sonofold solche Musik erwartet. Ganz im Gegenteil. Diese junge Band verbindet ganz ungewöhnliche Stile miteinander und so ist eine Mischung aus Neutral Milk Hotel, Wilco und Death Cab For Cutie nicht bloße Träumerei, sondern das tatsächliche Ergebnis. Ob gut ist, was getrennt so wunderbar ist, ist aber die große Frage.

Schrammelrock vom Feinsten mit viel Gefühl müsste das Ergebnis sein, wobei noch eine Idee Folk statt Country zu allem trifft. Schon der schlicht betitelte „Opener“ bereitet den Weg zu dieser Kombination. Der rotzige Gesang des Neutral Milk Hotels trifft nach minimalistischer Eröffnung die knarzenden Gitarren von Wilcos „A Ghost Is Born“. Und Tatsache: Diese Musik reißt den Rock-Freund mit. Der ruhige Ton des Folks breitet sich ausgerechnet dort aus, wo man so authentische Riffs hört wie in „Better Keep Riding With Me“. Ohrwurm mit der nötigen Indie-Härte, die aus Mainstream Spartenmusik macht, ohne den Mainstream zu verschrecken.

„Christian Brother“ und „Come Back David“ sind dann jedoch die Belege für die Untauglichkeit der Band in Sachen Chartstürmertum. Hier offenbaren Sonofold ihre Vorliebe zu kalten Melodien, die Dur-Akkorde oft nur versteckt in den Vordergrund lassen. Das tut den guten Tracks keinen Abbruch, doch gibt der Musik ein Janusgesicht, da sich nie ausmachen lässt, ob das Album gerade aufmunternd oder melancholisch klingen wird. Selten sind die Lieder so eindeutig wie „Love Is Where You Are“, das ratternd seine stringente Botschaft durchbrettert. Und allein „Get Some Mary“ ist eine Enttäuschung, die sich in ihrer psychedelischen Natur selbstverliebt verliert.

Ansonsten retten Sonofold jeden Track mit der Gratwanderung zwischen Melodie und Rock. Wo harte Gitarren mit einem Mal von Moll in Dur umschwenken, ist der Hörer gut gelaunt und gefordert, die Details selbst auszumachen. „The Wolf Album“ schafft es, den Hörer die ganze Zeit bei der Stange zu halten und mit einer wirklich gut Stilmischung zu überzeugen. Wer sich mit typischem Indie-Gesang, ungeschönten Gitarrenriffs und einer Menge nachdenklicher Akkorde anfreunden kann, der sollte Sonofold nicht unbeachtet lassen. Zu gut ist der Band die beschriebene Mischung gelungen.

Anspieltipps:

  • Opener
  • Better Keep Riding With Me
  • Come Back David

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