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Schlagwerk Schlagwerk


  • Label: Golden Core/ZYX
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Ausdruck „Neue Deutsche Härte“ gibt es immer noch. Die Zugkraft der dunklen Texte, die schon Witt und Rammstein berühmt gemacht haben, ist heute noch erhalten, wie vor 20 Jahren. Dass die Musik bei vielen Bands dabei den Schritt ins Jetzt nicht vollzogen hat, ist schon mit der letzten Rammstein-Platte „Liebe Ist Für Alle Da“ deutlich geworden. Die gleichen Bedenken muss man also haben, wenn Schlagwerk sich mit ihrem Debüt an die Massen herantrauen.

Ralph Barthelmess (Gesang), Markus Detz (Keyboard), Stefan Schönbrunn (Gitarre) und Michael Schmitz (Bass) haben zusammen mit Studio Drummer Randy Black eine vierzigminütige Erinnerung an den Rock des letzten Jahrzehnts geschaffen, die mit dunklen, tiefen Texten überzeugen will. Wer sein Milieu in Sachen Texten dort sieht, wo es um die Nichtigkeit des Lebens, Perversion und agnostische Botschaften geht, der wird gut bedient. So direkt und ungewöhnlich, wie aber Mutterkomplex oder Sexgelüste bei Rammstein angesprochen werden, werden bei Schlagwerk mehr lyrische Themen herausgeschrieen.

Kraftvoll und brechend stampfen die meisten Lieder daher und ebnen sich über simple Riffs und Arrangements ihren Weg, sodass die Texte im Vordergrund stehen können. Was dabei allerdings auch instrumentaler Ebene auszumachen ist, ist nicht immer überzeugend. So gerne es bestritten wird, sind zeitgemäße Fassungen im Genre Schlagwerks nicht das Wichtige. Synthesizer werden im Kopf der Hörer zu orchestralen Ergüssen, wo andere nur Möchtegernarrangements erkennen und die Eintönigkeit der Lieder verfluchen.

Die nötige Härte für Rockpoeten ist vorhanden und bei ordentlicher Lautstärke kann man sich getrost an die Wand drücken lassen. Das Hauptaugenmerk bei den stimmungstechnisch doch recht ähnlichen Songs liegt wie bereits erwähnt auf den Texten. Wer die typischen Merkmale des Genres als Stärke ansieht, der wird sich schnell mit Schlagwerk anfreunden. Kritiker oder Paragraphenreiter machen aber noch Schwächen im Gesang aus, sobald nicht geschrieen wird. Ansonsten liefern die Texte selber aber genau das, was man sich erhofft und wünscht. Unerfüllte Liebe, Besessenheit und jede Menge Emotionen, wie es Verteidiger des Genres sagen würden. Schön krank finden andere. Die Diskussion ist eröffnet.

Anspieltipps:

  • Kaltes Herz
  • Nabel
  • Fleisch Ist Sex

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