Jennie Abrahamson - The Sound Of Your Beating Heart - Cover
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Jennie Abrahamson The Sound Of Your Beating Heart


  • Label: How Sweet The Sound/CARGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die schwedische Musikszene ist überaus kreativ mit zumeist melancholisch verspielten Acts. Da verwundert es nicht, dass sich Jennie Abrahamson, mittlerweile schon beim dritten Album „The Sound Of Your Beating Heart“ angekommen, auch den ruhigen Tönen um das weite Feld von Singer/Songwriter widmet. In der Heimat von den Medien wohlwollend aufgenommen und gefeiert, ist sie in anderen Ländern bisher nur eine Randerscheinung. Wer ihren zweiten Longplayer „While The Sun's Still Up And The Sky Is Bright“ (2010) kennt, weiß, dass sich eine Entdeckung dieser Künstlerin überaus lohnt und ihr eigenes Label glücklicherweise mit diversen Vertrieben zusammenarbeitet, welche eine Verbreitung über die schwedischen Grenzen hinaus garantieren.

Jennie Abrahamson betreibt mit Johannes Berglund ein Studio in Stockholm, in dem auch das neue Album aufgenommen wurde und einen doch erstaunlichen Hang zum polierten Pop der Achtziger Jahre zur Schau stellt. Schon im Intro „Sail Away, Player“ drohen die raumfüllenden Streicher, die Luft zum Atmen eng werden zu lassen. Einer Erlösung gleichen der folgende, tanzbare Beat und die nach wie vor großartig weit ausholende Stimme der Künstlerin bei „Wolf Hour“. Die Single „Hard To Come By“ vermag es, sich mit einer Mixtur aus karibischem Flair bei gleichzeitigem nordischem Hang zum Schwermut gefühlvoll beschwingt aus der Affäre zu ziehen. Im Laufe der Spieldauer wird jedoch immer deutlicher, wie sehr die an sich mit tollem Songwriting ausgestatteten Songs und die zarten Vocals von blickdichtem Pop mit allzu viel gestrigem Pomp übermannt werden. Auf die Verbeugung vor Madonna (zur Zeit der Mittachziger) bei „She Don't Lie“ möchte man da schon gar nicht mehr eingehen, obgleich Adam Olenius von den Shout Out Louds beim Duett „Hole In You“ gesanglich aufhorchen lässt.

Längst nicht mehr so natürlich wie noch der Vorgänger, ist „The Sound Of Your Beating Heart“ eher synthetisch geprägt und entrückt schwebend, was die Nähe zum Hörer auf eine harte Probe stellt und vor allem soundmäßig durch artifizielle Drums, klinische Handclaps sowie ballastreich aufgedunsene Klangteppiche weit am Ziel der direkten Faszination vorbei zielt.

Anspieltipps:

  • Hard To Come By
  • Running
  • Hole In You
  • FF

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