Penelope Houston - On Market Street - Cover
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Penelope Houston On Market Street


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Punkjahr 1977 gründete Penelope Houston gemeinsam mit Brad Kent die Punkband The Avengers, deren sogenanntes „Pink Album“ immer noch auf die Wiederveröffentlichung wartet. Mitte der 1980er wurde Houston in San Francisco Teil der sogenannten Neo-Folk-Szene, zu der Interpreten wie Pat Johnson, Sonya Hunter, Pat Thomas und einige andere gerechnet wurden. 1988 erschien Houstons Debütalbum „Birdboys“ und ihr 1993er Longplayer „The Whole World“ auf dem damals angesagten Label Heyday. Ihr bislang letztes Werk „The Pale Green Girl“ erschien 2004. Im Jahr 2006 folgte eine Reunion sowie eine Tournee der Avengers.

Das nun vorliegende Album „On Market Street“ ist Penelope Houstons Debüt für das Label Glitterhouse, das der Disc ein ansprechendes Digipak mit Textbeilage verpasste. Für das charmante Artwork und Design ist die Künstlerin selbst zuständig. „On Market Street“ ist das bislang reifste Werk Houstons, bereits nach einem Durchlauf ist dies klar. Sie hat mit Ausnahme von „Come Back To The Fountain“ (eine Kollaboration mit Pat Johnson) alle Songs selbst geschrieben.

„On Market Street“ ist ein typisches Singer/Songwriter-Album geworden, das mit den vorzüglichsten Zutaten angerührt wurde. Ganz fantastische Begleitmusiker, darunter ein Streichquartett, standen der 53-jährigen zur Seite. Da muss man zunächst Pat Johnson als Lead-Gitarristen hervorheben, sein weiches, einfühlsames Spiel schlängelt immer wieder um die samtene Stimme Houstons. Desgleichen wird sie von den flächig-warmen Orgelläufen Danny Eisenbergs umgarnt. Eisenberg hat mit seinen Tastenkünsten bereits bei Aufnahmen von Tift Merritt, Ryan Adams oder Jonathan Richman seine Klasse bewiesen. Alec Palao, Steve Strauss (beide Bass) und Dawn Richardson (Schlagzeug) sorgen für ein federndes Fundament.

Die ersten drei Songs sowie „Come Back To The Fountain“, „Dead Girl“ und „If You’re Willing“ fließen wie flüssiges Gold, klingen wie die mildere Schwester von Neal Casals „Fade Away Diamond Time“, ein oft übersehenes Meisterwerk. Der Titelsong nimmt dann einen anderen Weg. Zur sanft gezupften Akustikgitarre schwebt Houstons Stimme über melancholischen Mellotronklängen. „Winter Coats“ und „Meet Me In France“ werden mit an Van Dyke Parks mahnenden Streicherarrangements veredelt. Etwas aus dem Rahmen fallen „Scrap“ und „USSA“, die mit höherem Tempo und weniger Melancholie auskommen.

Penelope Houston ist mit „On Market Street“ ein ganz wunderbares Album gelungen. Ihr Gesang hat einen stimmigen Reifegrad erreicht, voller emotionaler Wärme setzt sie ihre wehmütigen und melancholischen Lyrics ins rechte Licht. Dazu agiert eine traumwandlerische Band, die den ausgezeichneten Kompositionen den letzten Schliff verpasst. Folk-Rock? Americana? Letztlich ist es nichts anderes als ein hervorragendes Singer/Songwriter-Album!

Anspieltipps:

  • All The Way
  • Come Back To The Fountain
  • Meet Me In France
  • If You’re Willing

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