Young Guns - Bones - Cover
Große Ansicht

Young Guns Bones


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gelingt den Young Guns einfach nicht, sich von der alternativen Rocker-Masse abzuheben.

Im Jahr 2010 brachten die fünf Jungs von Young Guns ihr Debütalbum „All Our Kings Are Dead“ auf den Markt und versuchten damit zu zeigen, dass sie nicht nur eine von vielen Rockbands sein wollen, sondern sehr darum bemüht sind, einen eigenen Stil zu haben und anstatt in Einheitsbrei getrieftem Indie-Rock, klar nach vorne treibenden Alternative-Rock spielen zu wollen. Die Young Guns wollen zwar sehr viel, bleiben aber noch zu sehr an ihren Vorbildern kleben.

Zugegeben, es braucht eine Weile, bis man sich gemerkt hat ob der hyper-kreativ gewählte Name der Band nun „Bones“, „Young Bones“ oder wirklich Young Guns lautet, aber dieser Aufhänger soll an dieser Stelle nicht als Kriterium für das neue Album „Guns“, Entschuldigung, „Bones“ dienen. Glücklicherweise enthält das Album einen gleichnamigen Titel, der als Hilfestellung dienen sollte. Das Album macht auf der einen Seite irgendwie Spaß und geht dank Songs wie „Learn My Lesson“, „Dearly Departed“ oder „I Was Born, I Have Lived, I Will Surely Die“ ins Ohr, aber trotz allem ist auf der gesamten Platte nichts zu finden, was es nicht vorher schon mehrfach gegeben hat.

Stilistisch orientieren die Young Guns augenscheinlich an Bands wie Danko Jones und All Time Low sowie Enter Shikari, denen sie bei Live-Auftritten bereits Support leisteten, klingen allerdings im Abgang eher so wie 30 Seconds To Mars oder Bullet For My Valentine. Textlich hat „Bones“ ebenfalls nicht viel Innovation zu bieten und beschäftigt sich vor allem mit der etwas düsteren Welt und dem hochemotionalen Menschen, der sich hier und da ein bisschen Selbstmitleid suhlt. Nicht zu vergessen: Pathos! „A Hymn For All I've Lost“ steckt voll davon und dient scheinbar zur Aufbesserung des Düster-Images. Egal wie gut das Album als Hintergrundmusik dient: Leider ist „Bones“ noch ein bisschen zu typisch, um besonders zu sein.

Es gelingt den Young Guns einfach noch nicht, sich von der alternativen Rocker-Masse abzuheben, aber immerhin sticht ihr zweites Album „Bones“ irgendwie positiv und ausdrucksstark hervor. Die Ausdrucksstärke der Band liegt nicht zuletzt daran, dass die Young Guns mit Gustav Wood eine Sänger am Mikrofon haben, dessen Stimme eine durchdringende Kraft beweist, das gesamte Album hindurch. „Bones“ lässt den Hörer in einem Zwiespalt zurück, denn obwohl es nicht sonderlich hervorsticht, hinterlässt es auch kein unangenehmes Ekelgefühl.

„Bones“ ist energiegeladen, geradeaus und lässt hoffen, dass die Young Guns bei ihrem dritten Album noch etwas nachlegen.

Anspieltipps:

  • Learn My Lesson
  • I Was Born, I Have Lived, I Will Surely Die
  • Dearly Departed
  • Bones

Neue Kritiken im Genre „Alternative Rock“
Diskutiere über „Young Guns“
comments powered by Disqus