Lyambiko - Sings Gershwin - Cover
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Lyambiko Sings Gershwin


  • Label: Classical/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Keiner wird Schwächen anhand der Stücke selbst ausmachen können und Lyambiko hat über die Jahre längst bewiesen, dass ihre Stimme den Ansprüchen der Jazz-Clubs gerecht wird.

Jazz ist wohl eine der interessantesten Genres der letzten 100 Jahre. Die organische Magie, die von den Instrumenten und den zumeist souligen Stimmen der Sänger ausgeht, funktioniert bis heute und ist einzigartig. Eine Besonderheit ist, dass der Jazz sich in Deutschland in Ansätzen auch in den Charts verkauft. Was Roger Cicero und Konsorten allerdings verkaufen ist weit weg von dem, was man unter echtem Jazz versteht. Dann schon eher Jazzanova, die die Musik aus der Kammer ins Studio durch den Mixer gedreht haben. Von all diesem Entwicklungen lassen sich Sänger oder wie in diesem Fall Sängerinnen wie Lyambiko nicht abschrecken.

Die Frau mit Wurzeln aus Tansania hat sich George Gershwin angenommen und fährt damit auf einer Spur, die für den Jazz so wertvoll wie gefährlich ist. Mit 15 Coverversionen der alten Jazz-Legende ist nahezu ausgeschlossen, dass Lyambiko auf diesem Album schlechte Musik machen. Zusammen mit ihrer Band hat die Sängerin, die der Band den Namen gibt, fesche Tanznummern („Somebody Loves Me“), die ersten Sing-A-Longs („Let's Call The Whole Thing Off“) und jede Menge Gänsehautjazz voller Emotion aufgenommen.

Über die komplette Spielzeit kommt keine Langeweile auf. Zu gut ist die Dramaturgie gewählt, zu gut sind die Lieder. Keiner wird Schwächen anhand der Stücke selbst ausmachen können und Lyambiko hat über die Jahre längst bewiesen, dass ihre Stimme den Ansprüchen der Jazz-Clubs gerecht wird. Traurig ist allerdings, dass auch Lyambiko wieder ein komplettes Album einem Künstler widmet und keinerlei eigene Noten einbringt. Die ihr eigene Betonung ist nicht genug und sorgt dafür, dass Jazz antiquiert bleibt. So bleibt es bei „Sings Gershwin“ bei einem Vergnügen für alte Jazzanhänger. Das ist allerdings keine Kritik an einer wirklich gut gelungenen Platte, sondern viel mehr an der Herangehensweise eines kompletten Genres.

Anspieltipps:

  • Let's Call The Whole Thing Off
  • How Long Has This Been Going On?
  • 'S Wonderful

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